Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg - Der Ruf der Erde.

Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg - Der Ruf der Erde.

532 Seiten, mit vielen Zeichnungen und Fotos (s/w), 3. erweiterte Auflage 2020,
Auszug aus dem Kapitel "
Epilog: Vom Aufwachen und Aufwachsen":

Epilog: 
Vom Aufwachen und Aufwachsen

 

Als Priscillian einen inneren Ruf hörte, da machte er sich auf den Weg zum SELBST. Er nannte diesen Weg in der Sprache seiner Zeit den Weg zu Gott: „Der Weg zu Gott ist frei und steht allen offen.“ Die Phasen des Weges sind heute aus mystischen Traditionen und Meditationserfahrungen gut bekannt. Auf den inneren Ruf folgt die grobstoffliche Reinigung, die subtile Erleuchtung, die kausale dunkle Nacht, das nonduale EINSSEIN und die Wiederhinwendung zur Welt, zum Alltag. Es ist der Prozess des Aufwachens.


Priscillian war sich darüber bewusst, dass sich Menschen in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung befinden. Er wusste, dass die jeweilige Aufnahmebereitschaft und die Aufnahmefähigkeit der Menschen unterschiedlich sind und auch die damit verbundenen Antwortmöglichkeiten auf den inneren Ruf. Priscillian beschrieb seine eigene persönliche Entwicklung, wie er über das pagane magisch-animistische Stadium hinaus zu weiteren Stufen des umfassenderen Verstehens und Wissens gelangte. Dies ist der Prozess des Aufwachsens. 


Die Prozesse des Aufwachens und des Aufwachsens und ihre wechselseitige Bedingtheit werden wir nun etwas genauer beleuchten. Das wird eine erweiterte Sichtweise auf Priscillians Vermächtnis ermöglichen. Aufwachen und Aufwachsen bestimmen auch, ob und in welcher Weise wir den Ruf der Erde hören und welche Antwort wir darauf geben. Beide Prozesse sind meines Erachtens heute von entscheidender Bedeutung für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung und für das Überleben der Erdlinge unseres Planeten. 


Schauen wir uns zunächst den Prozess des Aufwachsens an: Die Stadien, Stufen oder Phasen der Entwicklung sind heute aus der Entwicklungsforschung gut bekannt. Sie werden in theoretischen Modellen unterschiedlich ausdifferenziert. Beispiele für grundlegende Modelle und deren wegbereitende Entwicklungsforscher sind Jean Piaget für die kognitive Entwicklung, Lawrence Kohlberg für die moralische Entwicklung, Clare Graves für die Werte-Entwicklung, James Fowler für die spirituelle Entwicklung und Abraham Maslow für die Bedürfnis-Entwicklung. 

 

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(Auszug Seite 355f:)

Nach dieser kurzen Betrachtung einiger Aspekte des Aufwachsens kommen wir nun zu dem Prozess des Aufwachens. Das war ein Spezialgebiet von Priscillian und seinen NachfolgerInnen! Die Phasen des individuellen und kollektiven Aufwachsens wurden erst in den letzten rund 100 Jahren entdeckt und erforscht. Der Prozess des Aufwachens hingegen war bereits Jahrtausende zuvor bekannt. 


In priscillianischen Kreisen war das Aufwachen ein Weg zu Gott, ein mystischer Weg zu CHRISTUS. Das, was in priscillianischen Schriften als eine geistige Wiedergeburt beschrieben ist, die Erkenntnis des CHRISTUS in uns und in allem und auch das, was in priscillianischen Texten als verschiedene Weisen der Erfahrung der Natur und der Schriften auf der körperlichen Ebene, der Ebene der Seele und der Ebene des Geistes beschrieben ist, bezieht sich auf Erfahrensweisen in verschiedenen Bewusstseinszuständen – das Aufwachen – vom Wachbewusstsein zum wachen Traumbewusstsein zum wachen Tiefschlafbewusstsein zum wachen nondualen Bewusstsein. 

 

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(Auszug Seite 362-365:)

Eine wichtige Erkenntnis der hier am Beispiel Priscillians in aller Kürze skizzierten integralen Entwicklungsforschung ist, dass die lebensfördernden Kompetenzen aller Entwicklungsphasen genau jetzt benötigt werden, um mit den globalen Herausforderungen angemessen umgehen zu können. Was wir dringend brauchen ist ein höchstmögliches Verstehen und Wissen (Aufwachsen), verbunden mit einem tiefstmöglichen Bewusstsein des Aufwachens. 


Heute steht die Menschheit vor Herausforderungen, die ein gemeinsames Vorgehen erfordern. Weltzentrische, planetenzentrische und kósmozentrische Weisen des Denkens, Fühlens und Handelns sind zu Beginn der 2020er Jahre noch nicht so weit ausgeprägt, dass es zu den für das Überleben notwendigen tiefgreifenden Veränderungen in allen 4 Quadranten bereits gekommen wäre. Nicht lebensfördernde Strukturen, Systeme und Prozesse werden sich schon bald grundlegend wandeln müssen. Davon sind auch der Weltrat für Biologische Vielfalt und der Weltklimarat überzeugt. Die Projektionen des Weltklimarats im Sonderbericht zur Erderwärmung aus dem Jahre 2018 setzen weitreichende Systemübergänge voraus, die „beispiellos bezüglich ihres Ausmaßes“ sind und für die es „kein dokumentiertes historisches Vorbild im Hinblick auf ihre Größenordnung“ gibt. 


Doch solche Befunde werden noch weitgehend ignoriert. Systemkonforme kosmetische Klimapolitik und die Erhaltung der erdschädigenden Lebensweise einer Minderheit der Menschen stehen im Jahre 2020 noch über allem. Egozentrische, sozio- und ethnozentrische Sichtweisen sind zwar in der Lage, in den Krisenmodus zu schalten, zum Beispiel wenn die Wirtschaft verschnupft ist, der Finanzmarkt bebt oder ein Virus sich ausbreitet, doch die Klimakrise und die ökologische Krise werden lediglich als solche benannt, gehandelt wird bisher nicht so, wie es in einer existentiellen Krise notwendig wäre. Immerhin geht es um den Fortbestand des Lebens auf unserem Planeten.


Das Einbeziehen von weltzentrischen, planetenzentrischen und kósmozentrischen Weisen des Seins ist heute überlebenswichtig. Das Überlebenwollen ist tief in die Menschheit eingeprägt. Es ist bereits die treibende Kraft der ersten Phase der Menschheitsgeschichte und der ersten Lebensphase eines jeden Menschen. Diese Lebenskraft ist jetzt in allen Entwicklungsstufen zu aktivieren. Das Überlebenwollen ist eine grundlegend bedeutsame Kraft. Auf den integralen Stufen der Entwicklung bezieht sich dieses Überlebenwollen nicht mehr nur auf das eigene Leben oder das Leben der eigenen Gruppe. Es dehnt sich aus auf alle Erdlinge, wie weit entfernt sie räumlich oder zeitlich auch sein mögen.

 

Die heute lebenden Menschen sind berufen aufzuwachen und aufzuwachsen, erwachsen zu werden für ein dienendes Miteinander. Dazu braucht es alle Menschen und alle Wesen in allen Dimensionen der physisch-grobstofflichen, subtilen und kausalen Reiche, die aus dem Nondualen der Fülle und Leere hervorgehen. 


Jetzt ist Mut gefragt aufzustehen. Nichts weniger als ein Aufstand für das Leben ist jetzt angesagt. Es geht um den Übergang von einem Leben zerstörenden Entwicklungspfad zu einer Leben fördernden Entwicklung. Die ökologischen Kipp-Punkte sind erreicht. Ebenso die Kipp-Punkte der Innenökologie. Ungeahnte Möglichkeitsräume sind nun offen. Wer der Erde dienen will, der sollte es jetzt tun. Immer mehr Menschen werden in diesem Sinne aktiv. Handeln gebiert Hoffnung. Lichterfülltes bewusstes Handeln ist nun in allen Bereichen überlebenswichtig, in den inneren, äußeren, individuellen und kollektiven Bereichen, in allen Entwicklungsstadien des Aufwachsens und des Aufwachens. Viele Menschen bringen sich bereits als Erd-Dienende ein, jeder und jede so, wie er und sie es vermag, mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen. Dabei sind alle lebensfördernden Erfahrungen aus allen Seinsweisen und allen Tiefengraden des Aufwachens wichtig. Aus der Ruhe kommend zu gewahren, zu bezeugen und dann bewusst eine Weise des Erd-Dienens aktivieren, das kann Kreise ziehen und Wellen der Veränderung stärken. Jede Weise des Erd-Dienens hat seine Zeit, seinen Ort, seine Kraft.


„La tierra, ánima viviente“, heißt es in dem Gebet, das die Gesamtkomposition des Priscillian-Kodex abschließt und das die Herzen der Menschen damals unmittelbar berührte. Diese lebendige Erde ruft uns. Es ist die physische Erde, die subtile Erdseele, die kausale Lichterde, GAIA ruft uns. 


Alle Weisen des Erd-Dienens wertschätzen und bündeln und die subtilen und kausalen Grade des Aufwachens einbeziehen, das ist eine wahrlich alchemistische Herangehensweise: Erd-Dienende sein. SEIN lassen statt seinlassen; Nicht-Tun statt nichts tun. Aus der Ruhe kommendes bewusstes Handeln lässt Raum für ein Wirkenlassen, für ein Einfließen des Lichts. 


Auf ihr Erdlinge, erwacht ihr WächterInnen der Erde, ihr KriegerInnen des Lichts, ihr Gesetzesstiftende und ihr Wissende, ihr Liebende und ihr HolistInnen, ihr AlchemistInnen der Liebe und des Lichts!

 

Erd-Dienende

 

 

Beispiele

 

 

Kraft
 

 

Erd-
Seiende

 

 

AlchemistInnen der Fülle und Leere
 

Kausale Lichtenergie

 

Erd-
Verbundene

 

AlchemistInnen des Lichts
 

Subtile Lichtenergie

 

Erd-

HolistInnen
 

 

Lebensfördernde NetzwerkerInnen
 

Kräftebündelung

 

Erd-

Liebende
 

Mitfühlend Handelnde,
öko-soziale Gerechtigkeit

Graswurzelkraft, Heilkraft

 

Erd-

Scientists
 

 

Science-Aktivisten, bewahrende ManagerInnen
 

Leistungskraft Wissenskraft

 

Erd-AnwältInnen
 

 

GesetzeswächterInnen, Erdrechte für das Leben
 

Gesetzeskraft

 

Erd-KriegerInnen
 

 

Gewaltlose KriegerInnen, Pioniergeist, Mut
 

Aufbruchskraft

 

Erd-WächterInnen
 

 

Vergegenwärtigte Ahnen, Naturgeister, Rituale
 

Kraft der Magie

Erdlinge

 

Alle Wesen, Lebenwollen, Seinwollen, Urvertrauen
 

Lebenskraft

 

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