Anreise nach Asturien

Zu Fuß auf dem Jakobsweg zu pilgern und den Sternenweg in Asturien zu erleben, ist sicherlich die intensivste Weise unterwegs zu sein. 

 

Seit Jahrhunderten pilgern Menschen auf einem weit verzweigten europäischen Wegenetz nach Santiago de Compostela und Finisterre. Wegweiser auf allen Jakobuswegen ist die Jakobsmuschel.

 

Ob Fahrrad, E-Bike, Pedelec, S-Pedelec, Scooter, Roller oder Elektro-Kleinfahrzeug, die Fortbewegung auf den Jakobswegen wird immer vielfältiger.

 

Die europäischen Buslinien bieten Fahrten nach Asturien meist mit Umstieg in Paris an. Das Angebot internationaler Busreisen nach Asturien wird ausgebaut, zum Beispiel die Verbindung Oviedo - Paris - Oviedo. Direkte Fernbusverbindungen werden vor allem in der Hauptreisezeit angeboten. Innerhalb von Nordspanien gibt es zwischen den größeren Orten häufige Busverbindungen.

 

Mit Bahn, Bus oder Camp-Mobil nach Asturien

Die meisten Bahnverbindungen führen über Paris. Ab Bahnhof Paris Montparnasse fährt der TGV in weniger als 5 Stunden an die Grenze in Hendaye / Irún. Bei einer frühzeitigen Buchung (etwa 3 Monate vor Reisebeginn) ist der Fahrpreis günstig. Die Interrail-Pässe kommen für eine Reise mit dem Zug ebenfalls in Betracht. Auch die spanische RENFE-FEVE akzeptiert Interrail-Pässe, die baskische Euskotren hingegen nicht. 

 

Nur wenige Meter vom Ankunftsbahnhof in Hendaye fährt die Euskotren alle 30 Minuten nach Irún und San Sebastian (Donostia). Wenn man sich am Ausgang des TGV-Bahnhofs rechts hält, dann sieht man bereits die Station "Metro Donostialdea" der Euskotren. 40 Minuten sind es bis San Sebastian. Die Ausstiegsstation im Zentrum heißt "Donostia Amara" (Strecke Hendaia-Lasarte). Das traumhaft an einer Bucht gelegene San Sebastian eignet sich für eine Übernachtung. (Vgl. auch: Paris to San Sebastian by trainVon San Sebastian aus kann man mit der Euskotren weiter nach Bilbao fahren (Strecke Amara Donostia - Matiko Bilbao).

 

Ab Bilbao gelangt man mit der urigen kantabrischen Schmalspurbahn über Santander nach Asturien. Die Kleinbahn (RENFE-FEVE) fährt durch landschaftlich reizvolle Naturräume. Betuchte Reisende wählen auf dieser Strecke zuweilen den teuren Nostalgiezug El Transcantábrico. Doch die Fahrt mit der preiswerten Schmalspurbahn für alle ist interessanter. Nicht nur wegen der Ausblicke, sondern auch wegen der Originalität der Geschehnisse im Zug, eine authentische Lebenskultur entfaltet sich hier. Neben dem Wandern ist dies für mich oft die bevorzugte Wahl der Fortbewegung entlang des Sternenweges in Nordspanien, auch wenn in den letzten Jahren die Zuverlässigkeit der RENFE-FEVE abgenommen hat. Mit Verspätungen und Zugausfällen ist insbesondere nach den häufigeren extremen Wetterereignissen zu rechnen. 

 

Etwas schneller geht es mit den ALSA-Bussen. Vom Ankunftsbahnhof des TGV in Hendaye sind es mit der Euskotren nur 2 Stationen bis "Irún-Colon". Von dort ist es ein kuzer Fußweg bis zum Busbahnhof "Estación Kalea". Hier fahren die ALSA-Busse ab. In den Hauptreisezeiten ist eine vorherige Online-Reservierung zu empfehlen.

 

Die Zentralen für Mitfahrgelegenheiten bieten Gemeinschaftsfahrten für die Anreise mit dem Auto an. Besonders beliebt ist die Anreise mit Camp-Mobilen, also Fahrzeuge, in denen man schlafen kann. Das kann ein Wohnmobil sein. Auch kleine Fahrzeuge mit weniger umweltbelastenden Antrieben können leicht zu einem bewohnbaren Mobil werden. Zum Beispiel mit der Campalbox oder der Biberbox (auch mit Selbstbauanleitung).

Am Boden bleiben

Reisen kann besonders klimaschädlich sein. Die klimaschädlichste Art der Fortbewegung ist das Fliegen. Nur ein kleiner Teil der Menschen hat jemals ein Flugzeug bestiegen. Für diesen kleinen Teil ist ein Verzicht darauf vielfach schon undenkbar geworden. Das Fliegen bringt die Bewusstheit für die Klimakrise auf den Punkt. 

 

Die Klimawirkung des Fliegens ist noch wesentlich höher als die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO₂. Hinzu kommen weitere klimaschädliche und gesundheitsgefährdende Auswirkungen des Fliegens, ganz zu schweigen von der Rolle des Luftverkehrs bei dem Ausbruch einer weltweiten Pandemie. An der Ausbreitung einer Pandemie ist der Luftverkehr maßgeblich beteiligt. Bei von Mensch zu Mensch übertragenen Krankheiten mit Pandemiepotential kann durch den Luftverkehr eine sehr schnelle globale Verbreitung erfolgen. Flughäfen und Flugzeuge sind Ansteckungsorte. Infizierte Personen können z.B. Viren sehr schnell über Ländergrenzen und Kontinente hinweg übertragen, noch bevor sich Krankheitssymptome zeigen.

 

Forderungen des Netzwerks Am Boden bleiben / Stay Grounded.

 

Der Klimaforscher Kevin Anderson zum Flugverkehr:

CO₂-Kompensation fürs Fliegen?

Die Unterstützung von Baumpflanzaktionen macht mehr Sinn, wenn zusätzlich auf das Fliegen verzichtet wird. Denn: Der "Ablasshandel" durch Ausgleichszahlungen ist zu Recht umstritten. Das ausgestoßene CO₂ verschwindet davon ja nicht. Ausgleichszahlungen verleiten zu der Annahme, dass man dank einer Kompensations-Zahlung guten Gewissens ins Flugzeug steigen könne. Das ist nicht der Fall. Gerade auf den innereuropäischen Strecken nach Nordspanien gibt es Alternativen zum klimaschädlichen Fliegen.

 

Beispiel: Die Klimawirkung eines Hin- und Rückflugs Berlin – Santiago de Compostela für zwei Personen entspricht etwa 2,2 Tonnen CO₂-Emissionen. Das ist deutlich mehr als die CO₂-Pro-Kopf-Jahresemission in vielen Ländern. (vgl. atmosfair CO₂-Rechner, 18.12.2019)

 

Die CO₂-Äquivalente als Messgröße für den Vergleich von Mobilitätsalternativen oder als Orientierungswert für die Einschätzung der Folgen des eigenen Lebensstils kann zu einer ressourcenschonenderen Lebensweise anregen:

Flugwahn statt Klimaschutz?

Kondensstreifen, Zirruswolken, Rußpartikel und Treibhausgase gehören zu den klimaschädigenden Auswirkungen des Flugverkehrs.

Vorschläge für Maßnahmen, die eine Reduzierung des Flugverkehrs ermöglichen, gibt es zwar, doch die hoch subventionierte Flugindustrie hat eine starke Lobby. Nach Ausrufung der Corona-Pandemie wurden der Flug- und Reiseindustrie Milliarden zugesagt. 

 

Solange der Ausbau der fossilen Luftfahrtindustrie nicht gestoppt wird; solange keine wirksamen Maßnahmen erfolgen, damit fossile Brennstoffe im Boden bleiben; solange Milliardensubventionen für den Abbau und die Verbrennung fossiler Brennstoffe bereitgestellt werden; solange ressourcenfressende und klimaschädliche Strukturen und Systeme weiter geschützt werden, solange können private Entscheidung zur Mobilität wenig beitragen.

 

Doch individuelle Entscheidungen können Kreise ziehen und Wellen der Veränderung stärken.

 

Buchtipps: