Anreise nach Asturien

Zu Fuß auf dem Jakobsweg zu pilgern und den Sternenweg in Asturien zu erleben, ist sicherlich die intensivste Weise unterwegs zu sein. Seit Jahrhunderten pilgern Menschen auf einem weit verzweigten europäischen Wegenetz nach Santiago de Compostela und Finisterre. Wegweiser auf allen Jakobuswegen ist die Jakobsmuschel.

 

Ob Fahrrad, E-Bike, Pedelec, S-Pedelec, Scooter, Roller oder Elektro-Kleinfahrzeug, die Fortbewegung auf den Jakobswegen wird immer vielfältiger.

 

Die europäischen Buslinien bieten Fahrten nach Asturien meist mit Umstieg in Paris an. FlixBus baut das Angebot internationaler Busreisen nach Asturien aus, zum Beispiel besteht eine Verbindung Oviedo - Paris - Oviedo. Auch ALSA verbindet Asturien mit einigen europäischen Städten. Fernbusverbindungen werden vor allem in der Hauptreisezeit angeboten. Mit Staus und langen Fahrzeiten ist zu rechnen.

 

Mit der Bahn nach Asturien

Die meisten Bahnverbindungen führen über Paris. Ab Bahnhof Paris Montparnasse fährt der TGV in weniger als 5 Stunden an die Grenze in Hendaye / Irún. Bei einer frühzeitigen Buchung (etwa 3 Monate vor Reisebeginn) liegt der Preis bei 25 Euro. Die Interrail-Pässe kommen für eine Reise mit dem Zug ebenfalls in Betracht. (Auch die spanische RENFE-FEVE akzeptiert Interrail-Pässe, die baskische Euskotren hingegen nicht.) 

 

Nur wenige Meter vom Ankunftsbahnhof in Hendaye fährt die Euskotren alle 30 Minuten nach Irún und San Sebastian (Donostia). Wenn man sich am Ausgang des TGV-Bahnhofs rechts hält, dann sieht man bereits die Station "Metro Donostialdea" der Euskotren. 40 Minuten sind es bis San Sebastian. Die Ausstiegsstation heißt "Donostia Amara" (Fahrplan ab 09.09.2019, Strecke Hendaia-Lasarte). Das traumhaft an einer Bucht gelegene San Sebastian eignet sich für eine Übernachtung. (Vgl. auch: Paris to San Sebastian by trainVon San Sebastian aus kann man mit der Euskotren weiter nach Bilbao fahren (Fahrplan ab 09.09.2019, Strecke Amara Donostia - Matiko Bilbao).

 

Ab Bilbao gelangt man mit der urigen kantabrischen Schmalspurbahn über Santander nach Asturien. Die Kleinbahn (RENFE-FEVE) fährt durch landschaftlich reizvolle Naturräume. Betuchte Reisende wählen auf dieser Strecke zuweilen den teuren Nostalgiezug El Transcantábrico. Doch die Fahrt mit der preiswerten Schmalspurbahn für alle ist interessanter. Nicht nur wegen der Ausblicke, sondern auch wegen der Originalität der Geschehnisse im Zug, eine authentische Lebenskultur entfaltet sich hier. Neben dem Wandern ist dies für mich oft die bevorzugte Wahl der Fortbewegung entlang des Sternenweges in Nordspanien, auch wenn in den letzten Jahren die Zuverlässigkeit der RENFE-FEVE abgenommen hat. Mit Verspätungen und Zugausfällen ist insbesondere nach den häufigeren extremen Wetterereignissen zu rechnen. 

 

Etwas schneller geht es mit den ALSA-Bussen. Vom Ankunftsbahnhof des TGV in Hendaye sind es mit der Euskotren nur 2 Stationen bis "Irún-Colon". Von dort ist es ein kuzer Fussweg bis zum Busbahnhof "Estación Kalea". Hier fahren die ALSA-Busse ab. In den Hauptreisezeiten ist eine vorherige Online-Reservierung zu empfehlen.

 

Die Zentralen für Mitfahrgelegenheiten bieten Gemeinschaftsfahrten für die Anreise mit dem Auto an. Flüge sind für manche Reisende ebenfalls noch eine Option. Doch der Ruf der Erde wird immer lauter und auch die (Wieder-)Entdeckung der Vorzüge einer bewussten Langsamkeit bei der Anreise nach Asturien hat mich, den Autor dieser Homepage, dazu bewogen, am Boden zu bleiben.

 

Am Boden bleiben - Flight Free 2020

Auf dem Boden bleiben! Flight Free gemeinsam mit 100.000 Menschen bis 2020 und danach noch mehr Menschen, die am Boden bleiben!

Reisen kann besonders klimaschädlich sein. Die klimaschädlichste Art der Fortbewegung ist das Fliegen. Nur ein kleiner Teil der Menschen hat jemals ein Flugzeug bestiegen. Für diesen kleinen Teil ist ein Verzicht auf das Fliegen vielfach schon undenkbar geworden. Das Fliegen bringt die Bewusstheit für die Klimakrise auf den Punkt. 

 

Die Treibhauswirkung des Fliegens ist noch wesentlich höher als die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO₂. Hinzu kommen weitere klimaschädliche und gesundheitsgefährdende Auswirkungen des Fliegens. 

 

Vgl. dazu die Forderungen des Netzwerks
Am Boden bleiben / Stay Grounded und
Flight Free gemeinsam mit 100.000 bis 2020, z.B. in Schweden, Großbritannien, Frankreich, DänemarkKanada und Deutschland.

 

Der Klimaforscher Kevin Anderson zum Flugverkehr:

Die CO₂-Äquivalente, als Messgröße für den Vergleich von Mobilitätsalternativen oder als Orientierungswert für die Einschätzung der Folgen des eigenen Lebensstils, kann zu einer ressourcenschonenderen Lebensweise anregen:

Der "Ablasshandel" durch Ausgleichszahlungen ist zu Recht umstritten. Das ausgestoßene CO₂ verschwindet davon ja nicht. Ausgleichszahlungen verleiten zu der Annahme, dass man dank einer Kompensations-Zahlung guten Gewissens ins Flugzeug steigen könne. Das ist nicht der Fall.

 

Beispiel: Die Klimawirkung eines Hin- und Rückflugs Berlin – Santiago de Compostela für zwei Personen entspricht etwa 2,2 Tonnen CO₂-Emissionen. Das ist deutlich mehr als die CO₂-Pro-Kopf-Jahresemission in vielen Ländern. (vgl. atmosfair CO₂-Rechner, 03.07.2019)

 

Solange der Ausbau der Luftfahrtindustrie nicht gestoppt wird; solange keine wirksamen Maßnahmen erfolgen, damit fossile Brennstoffe im Boden bleiben; solange Milliardensubventionen für den Abbau und die Verbrennung fossiler Brennstoffe bereitgestellt werden; solange ressourcenfressende und klimaschädliche Strukturen und Systeme weiter geschützt werden, solange kann die private Entscheidung für Mobilitätsalternativen vergleichsweise wenig beitragen.

 

Doch individuelle Entscheidungen können Kreise ziehen und Wellen der Veränderung stärken.

 

Buchtipps:

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