Anreise nach Asturien

Die Einreise nach Spanien aus dem Schengenraum ist wieder möglich. Jetzt gilt die sog. "Neue Normalität", in der die epidemiologische Überwachung und Verhaltenskontrolle fortgesetzt werden. Örtlich gelten unterschiedliche Regelungen, die jeweils der aktuellen Situation angepasst werden.

 

Die asturische Regierung hat eine Resolution mit detaillierten Regelungen für die „Neue Normalität“ verabschiedet. Insbesondere sind die Abstands- und Maskenvorschriften zu beachten. Für Personen, die Symptome haben, die mit COVID-19 im Zusammenhang gebracht werden könnten, gelten Sondervorschriften, ggf. Quarantäne- und Meldeverpflichtungen.

 

Reise- und Sicherheitshinweise AA

 

Liebe statt Angst (FB-Notiz von Ralf Pochadt)

 

Zu Fuß auf dem Jakobsweg zu pilgern und den Sternenweg in Asturien zu erleben, ist sicherlich die intensivste Weise unterwegs zu sein. 

 

Seit Jahrhunderten pilgern Menschen auf einem weit verzweigten europäischen Wegenetz nach Santiago de Compostela und Finisterre. Wegweiser auf allen Jakobuswegen ist die Jakobsmuschel.

 

Ob Fahrrad, E-Bike, Pedelec, S-Pedelec, Scooter, Roller oder Elektro-Kleinfahrzeug, die Fortbewegung auf den Jakobswegen wird immer vielfältiger.

 

Die europäischen Buslinien bieten Fahrten nach Asturien meist mit Umstieg in Paris an. Das Angebot internationaler Busreisen nach Asturien wird ausgebaut, zum Beispiel die Verbindung Oviedo - Paris - Oviedo. Direkte Fernbusverbindungen werden vor allem in der Hauptreisezeit angeboten. Innerhalb von Nordspanien gibt es zwischen den größeren Orten häufige Busverbindungen.

 

Mit Bahn und Bus nach Asturien

Die meisten Bahnverbindungen führen über Paris. Ab Bahnhof Paris Montparnasse fährt der TGV in weniger als 5 Stunden an die Grenze in Hendaye / Irún. Bei einer frühzeitigen Buchung (etwa 3 Monate vor Reisebeginn) ist der Fahrpreis günstig. Die Interrail-Pässe kommen für eine Reise mit dem Zug ebenfalls in Betracht. Auch die spanische RENFE-FEVE akzeptiert Interrail-Pässe, die baskische Euskotren hingegen nicht. 

 

Nur wenige Meter vom Ankunftsbahnhof in Hendaye fährt die Euskotren alle 30 Minuten nach Irún und San Sebastian (Donostia). Wenn man sich am Ausgang des TGV-Bahnhofs rechts hält, dann sieht man bereits die Station "Metro Donostialdea" der Euskotren. 40 Minuten sind es bis San Sebastian. Die Ausstiegsstation im Zentrum heißt "Donostia Amara" (Strecke Hendaia-Lasarte). Das traumhaft an einer Bucht gelegene San Sebastian eignet sich für eine Übernachtung. (Vgl. auch: Paris to San Sebastian by trainVon San Sebastian aus kann man mit der Euskotren weiter nach Bilbao fahren (Strecke Amara Donostia - Matiko Bilbao).

 

Ab Bilbao gelangt man mit der urigen kantabrischen Schmalspurbahn über Santander nach Asturien. Die Kleinbahn (RENFE-FEVE) fährt durch landschaftlich reizvolle Naturräume. Betuchte Reisende wählen auf dieser Strecke zuweilen den teuren Nostalgiezug El Transcantábrico. Doch die Fahrt mit der preiswerten Schmalspurbahn für alle ist interessanter. Nicht nur wegen der Ausblicke, sondern auch wegen der Originalität der Geschehnisse im Zug, eine authentische Lebenskultur entfaltet sich hier. Neben dem Wandern ist dies für mich oft die bevorzugte Wahl der Fortbewegung entlang des Sternenweges in Nordspanien, auch wenn in den letzten Jahren die Zuverlässigkeit der RENFE-FEVE abgenommen hat. Mit Verspätungen und Zugausfällen ist insbesondere nach den häufigeren extremen Wetterereignissen zu rechnen. 

 

Etwas schneller geht es mit den ALSA-Bussen. Vom Ankunftsbahnhof des TGV in Hendaye sind es mit der Euskotren nur 2 Stationen bis "Irún-Colon". Von dort ist es ein kuzer Fußweg bis zum Busbahnhof "Estación Kalea". Hier fahren die ALSA-Busse ab. In den Hauptreisezeiten ist eine vorherige Online-Reservierung zu empfehlen.

 

Die Zentralen für Mitfahrgelegenheiten bieten Gemeinschaftsfahrten für die Anreise mit dem Auto an. Flüge sind für manche Reisende ebenfalls noch eine Option. Doch der Ruf der Erde wird immer lauter und auch die (Wieder-)Entdeckung der Vorzüge einer bewussten Langsamkeit bei der Anreise nach Asturien hat mich, den Autor dieser Homepage, dazu bewogen, am Boden zu bleiben.

 

Am Boden bleiben

Reisen kann besonders klimaschädlich sein. Die klimaschädlichste Art der Fortbewegung ist das Fliegen. Nur ein kleiner Teil der Menschen hat jemals ein Flugzeug bestiegen. Für diesen kleinen Teil ist ein Verzicht darauf vielfach schon undenkbar geworden. Das Fliegen bringt die Bewusstheit für die Klimakrise auf den Punkt. 

 

Die Klimawirkung des Fliegens ist noch wesentlich höher als die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO₂. Hinzu kommen weitere klimaschädliche und gesundheitsgefährdende Auswirkungen des Fliegens, ganz zu schweigen von der Rolle des Luftverkehrs bei dem Ausbruch einer weltweiten Pandemie. An der Ausbreitung einer Pandemie ist der Luftverkehr maßgeblich beteiligt. Bei von Mensch zu Mensch übertragenen Krankheiten mit Pandemiepotential kann durch den Luftverkehr eine sehr schnelle globale Verbreitung erfolgen. Flughäfen und Flugzeuge sind Ansteckungsorte. Infizierte Personen können z.B. Viren sehr schnell über Ländergrenzen und Kontinente hinweg übertragen, noch bevor sich Krankheitssymptome zeigen.

 

Forderungen des Netzwerks Am Boden bleiben / Stay Grounded.

 

Der Klimaforscher Kevin Anderson zum Flugverkehr:

CO₂-Kompensation fürs Fliegen statt Bus und Bahn?

Die Unterstützung von Baumpflanzaktionen macht mehr Sinn, wenn zusätzlich auf das Fliegen verzichtet wird. Denn: Der "Ablasshandel" durch Ausgleichszahlungen ist zu Recht umstritten. Das ausgestoßene CO₂ verschwindet davon ja nicht. Ausgleichszahlungen verleiten zu der Annahme, dass man dank einer Kompensations-Zahlung guten Gewissens ins Flugzeug steigen könne. Das ist nicht der Fall. Gerade auf den innereuropäischen Strecken nach Nordspanien gibt es Alternativen zum klimaschädlichen Fliegen.

 

Beispiel: Die Klimawirkung eines Hin- und Rückflugs Berlin – Santiago de Compostela für zwei Personen entspricht etwa 2,2 Tonnen CO₂-Emissionen. Das ist deutlich mehr als die CO₂-Pro-Kopf-Jahresemission in vielen Ländern. (vgl. atmosfair CO₂-Rechner, 18.12.2019)

 

Die CO₂-Äquivalente als Messgröße für den Vergleich von Mobilitätsalternativen oder als Orientierungswert für die Einschätzung der Folgen des eigenen Lebensstils kann zu einer ressourcenschonenderen Lebensweise anregen:

Flugwahn statt Klimaschutz?

Kondensstreifen, Zirruswolken, Rußpartikel und Treibhausgase gehören zu den klimaschädigenden Auswirkungen des Flugverkehrs.

Das Fliegen mit fossilen Antrieben muss sofort drastisch gesenkt und schnellstmöglich auf nahe NULL reduziert werden. Doch das Gegenteil geschieht: Die Luftverkehrsprognose für die Jahre 2030 und 2040 rechnet mit einem weiteren hohen Wachstum. Die Zahl der Flüge mit fossilen Antrieben wächst demnach von 35,5 Millionen (2016) auf etwa 53 Millionen (2040).

 

Fast 10 Milliarden Fluggäste sollen im Jahr 2040 transportiert werden, nach 4 Milliarden in 2016. Diese hohe Zahl kommt durch die Vielflieger zustande. Für den weitaus größten Teil der Menschheit wird das Fliegen auch weiterhin eine ferne Utopie bleiben.

 

Die enormen Steigerungen im weltweiten Flugverkehr werden der Prognose zufolge durch die Anschaffung größerer Flugzeuge und Erweiterungen sowie Neubau von Flughäfen möglich. Hinzu kommt die Ausweitung der Transportflüge, zum Beispiel für Blumen und Früchte aus Afrika, die auch im Winter täglich frisch auf den Tischen derer serviert werden, die es sich leisten können. Hinzu kommt auch die immense Ausweitung militärischer Flüge.

 

Der CO₂-Anteil des Luftverkehrs erhöht sich damit erheblich. Vorschläge für Maßnahmen, die eine Reduzierung des Flugverkehrs ermöglichen, gibt es zwar, doch die hoch subventionierte Flugindustrie hat eine starke Lobby. Nach Ausrufung der Corona-Pandemie wurden der Flug- und Reiseindustrie Milliarden an Subventionen zugesagt, damit der langfristige Wachstumskurs nicht in Gefahr gerät. 

 

Solange der Ausbau der fossilen Luftfahrtindustrie nicht gestoppt wird; solange keine wirksamen Maßnahmen erfolgen, damit fossile Brennstoffe im Boden bleiben; solange Milliardensubventionen für den Abbau und die Verbrennung fossiler Brennstoffe bereitgestellt werden; solange ressourcenfressende und klimaschädliche Strukturen und Systeme weiter geschützt werden, solange kann die private Entscheidung für Mobilitätsalternativen vergleichsweise wenig beitragen.

 

Doch individuelle Entscheidungen können Kreise ziehen und Wellen der Veränderung stärken.

 

Buchtipps:

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