Gewaltig aufbrausende Dystopien brechen in die reale Lebenswelt hinein. Seit meiner Jugend in den 1970er Jahren sind mir einige dystopische Romane als Mahnung bekannt. Damals waren George Orwell und Aldous Huxley Schullektüre (1).
Nun befinden wir uns mittendrin.
Spürbar wurde dieses Hereinbrechen in die Lebenswelt bereits ab den Ereignissen vom 11.09.2001 und den nachfolgenden Jahrzehnten des „Krieg gegen Terroristen“ mit Millionen von Toten, geplünderten Ländern, einem staatlich organisierten Netzwerk von Folterzentren, dem Massengrab im Mittelmeer und dem Aufbau eines Kontroll-, Überwachungs- und Manipulationsregimes (2).
Wir erleben tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, die mit Kriegen und Krisen einhergehen – mit dem Krieg in der Ukraine ab 2014, der Corona-Plandemie ab 2020, dem Völkermord in Gaza, der Plünderung des Planeten und viele weitere.
Was ist los im Lande? Verschläft Europa erneut eine totalitäre Wende? Stehen wir am Beginn von epochalen Veränderungen? Wie wird die Welt von Morgen aussehen?
Gegenwärtige Dynamiken der Veränderung in ihrem gesellschaftlichen und historischen Kontext besser zu verstehen und in ihrer Bedeutung für das eigene Leben einschätzen zu können, ist Gegenstand einer Reihe von Forschungsfeldern. Dazu gehören die Gegenwartsdiagnosen.
Gegenwartsdiagnosen beschreiben individuelle und gesellschaftliche Veränderungen aus verschiedenen Perspektiven. Es sind Zeitdiagnosen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie analysieren gegenwärtige Gesellschaften und die Entwicklung der Individuen im gesellschaftlichen Kontext. Ausgehend von allgemeinen Beobachtungen nehmen sie einzelne gesellschaftliche Phänomene in den Blick, verallgemeinern und verdichten sie und entwerfen dann ein Bild der Gesellschaft, zum Beispiel als „Risikogesellschaft“ (Beck 1986), „Erlebnisgesellschaft“ (Schulze 1992) oder „Multioptionsgesellschaft“ (Gross 1994).
In historischen Umbruchzeiten sind Gegenwartsdiagnosen hilfreich, um ein größeres Bild des dynamischen Geschehens zu entfalten und die Muster der aufkeimenden neuen Epoche erahnen zu können. Ja, wir stehen am Beginn einer neuen Epoche der Menschheitsgeschichte, darauf deutet vieles hin.
Das epochenübergreifende Muster der Menschheitsentwicklung von ihrer Entstehung bis heute und in die Zukunft hinein wurde zum Beispiel in integralen Modellen der Menschheitsentwicklung herausgearbeitet, wie sie von Clare W. Graves und seinem Schüler Don Edward Beck entwickelt wurden und auch von Ken Wilber, dem wir eine Integration von multiplen Entwicklungsanalysen der Menschheitsentwicklung zu verdanken haben (3).
Im Jahre 2025 sind eine Reihe von Gegenwartsanalysen erschienen, die den Versuch unternehmen, Aspekte des Umbruchs zu beschreiben und damit inmitten des dynamischen Wandels Orientierung bieten und zum Aufwachen aufrufen. Darunter eine kapitalismuskritische Analyse von Rainer Mausfeld und ein europapolitischer Beitrag von Ulrike Guérot, darin Hinweise auf eine Fülle von weiteren aktuellen Gegenwartsanalysen.
Die gegenwärtigen epochalen Umbrüche können in der jeweiligen persönlichen Perspektive beschrieben werden, solange Geist und Herz dafür offen sind. In meinem Fall ist es so, dass ich diese Umbrüche geradezu an Leib und Seele spüre. Sie verursachen leibliche Schmerzen und hinsichtlich der positiven Veränderungen auch Glücksgefühle, die wie ein Spiegel der dramatischen Veränderungen sind, die sich jetzt, im ersten Jahrhundert des neuen Jahrtausends, auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene zeigen.
Nicht nur wirken die äußeren Umstände und Ereignisse auf das Innere, auf Leib und Seele, sondern auch die innere individuelle wie gesellschaftliche Verfasstheit wirkt auf das Äußere, auf unser individuelles Erleben, auf gesellschaftliche Ereignisse und Geschehnisse. Diese Spiegelung, wie außen so innen und wie innen so außen, ist verwoben mit energetischen, feinstofflichen Ebenen des Seins, des Planeten und des Kósmos.
Meine Perspektive gründet vor allem auf dem Erleben in Deutschland, Spanien und anderen europäischen Ländern. Aus meiner persönlichen, subjektiven Betrachtungsperspektive ist es so, dass sich offenbar eine dystopische technokratisch-totalitäre Herrschaft beginnt herauszubilden und kaum jemanden scheint es zu interessieren.
Mit Hilfe von systematischer Angsterzeugung und dem Einsatz psychologischer Methoden der Manipulation wird der Versuch unternommen, die Stabilisierung und Ausdehnung von Macht sicherzustellen. Dem spielt die Individualisierung, Vereinzelung und Virtualisierung in die Hände. Die Einzelnen werden gedrillt auf ihre Funktionen als Verbraucher, Konsumenten, Patienten und als Wahlurnengänger.
Das Denken wird oft der KI überlassen. Die Aufmerksamkeitskapazität vieler Menschen reicht nicht mehr über die Dauer eines Werbespots hinaus. Eine leicht steuerbare Masse von Individuen ist entstanden, die jetzt kriegstüchtig gemacht wird. Die Genschere und Cyborg-Technologien lassen zudem die Träume der technokratischen Transhumanisten in greifbare Nähe rücken.
Achtsames Zuhören und ein Dialog im Sinne von David Bohm oder Paulo Freire sind selten geworden (4). Menschen scheinen immer mehr ihrer Seele entfremdet zu sein.
Die Umstellung auf Kriegswirtschaft erreichte in EUropa 2025 einen neuen Höhepunkt. Die EU-Eliten stellen jetzt Billionenbeträge aus Steuermitteln für Krieg und Militär bereit. Krisen und Kriege folgen immer dichter aufeinander. Demokratische und soziale Errungenschaften der letzten 200 Jahre werden in die Tonne geklopft.
Um die Massen dazu zu bewegen, auf Kriegswirtschaft umzustellen, sich kriegstüchtig machen zu lassen und eine erhebliche Einschränkung ihrer Freiheitsrechte nicht nur hinzunehmen, sondern möglichst selbst einzufordern, selbst zu finanzieren und die verantwortlichen politischen Akteure dafür wiederzuwählen, dazu bedarf es einer systematischen regressiven Bewusstseinswende (5).
Rainer Mausfeld erklärt in vielen seiner Publikationen und in seinen spannenden Vorträgen, wie die Manipulation und Kontrolle des öffentlichen Bewusstseins funktionieren, die in den Sozialwissenschaften und der Psychologie in kaum vorstellbarer Durchdringungstiefe entwickelt wurden. Dazu zählt die ideologische Macht, das Denken gesellschaftlicher Schlüsselakteure zu steuern, sinnstiftende Denkkategorien und Rahmenerzählungen systematisch zu beeinflussen und zu kontrollieren. Rainer Mausfeld in Hegemonie oder Untergang:
"So konnte ein Arsenal von Methoden der Bewusstseinsmanipulation entwickelt werden, über dessen Wirkungsmacht sich kaum jemand eine angemessene Vorstellung zu machen vermag. Ideologische Macht ist auf diese Weise fast unsichtbar geworden. Die Methoden der Bewusstseins-Manipulation sind mittlerweile so perfektioniert worden, dass ein großer Teil der Bevölkerung des Westens überzeugt ist in einem System zu leben, das im Großen und Ganzen frei von Propaganda und Indoktrination ist."
Manche der folgsamen und angepassten Mitläufer durchschauen zwar die Mechanismen der Manipulation teilweise, empfangen jedoch bedeutende persönliche Vorteile, die sie nicht aufgeben wollen. Sie machen solange opportunistisch mit, bis ihnen die Vorteile entzogen werden. Dann können sie mit Angsterzeugung und Repression noch eine Zeitlang zum Mitmachen bewegt werden. Doch irgendwann geht jedes totalitäre Manipulationssystem seinem Ende entgegen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass eine andere Welt möglich ist.
Der Westen befindet sich im Niedergang und die Europäische Union zerlegt sich von innen heraus selbst. Ist das ein Verlust? Wie kam es eigentlich zum Höhenflug des Westens?
Seine Beutezüge seit der Kolonialzeit gründen nicht auf der Überlegenheit seiner Werte oder seiner Religion, sondern auf der Überlegenheit bei der brutalen Anwendung von Gewalt. Der Völkermord der westlichen Kolonialmächte auf dem amerikanischen Kontinent vernichtete Millionen von Menschen. Von den etwa 80 Millionen Einwohnern des Kontinents überlebte die Invasion ab 1492 kaum jemand. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts war die indigene Bevölkerung auf etwa 10 Millionen reduziert. Zudem wurden zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert Millionen Menschen, vor allem aus Afrika, brutal misshandelt, verschleppt und versklavt. Etwa 20 Millionen afrikanische Sklaven starben in der Gefangenschaft, etwa 100 Millionen wurden ihrer Heimat beraubt. Die britische Ausplünderung Indiens, die belgische Plünderung des Kongo, die spanischen, französischen und deutschen kolonialen Plünderungszüge und ihre kolonialen Massenmorde sind weitere Beispiele der Art und Weise, wie der Westen zu Reichtum kam.
Koloniale Strukturen der Ausbeutung haben bis heute Bestand. Sie sind seit dem 16. Jahrhundert eine Grundlage für den ökonomischen Aufstieg Europas und Amerikas. Die Anwendung von Gewalt zur Plünderung, Ausbeutung und Unterwerfung ganzer Länder ist zu einem Identitätsmerkmal des Westens geworden. Heute erfolgt die organisierte Gewalt nicht nur durch Kriege und außergerichtliche Tötung von unzähligen Menschen, sondern auch durch Sanktionen, denen Millionen Menschen zum Opfer fallen. Nach neueren Studien hat der Westen allein durch Sanktionen in den letzten Jahrzehnten jährlich 500.000 bis über 560.000 Todesopfer verursacht (6).
Die Finanzierung und Ermöglichung der staatlichen Gewaltexzesse erfolgt durch die Steuerzahler und ihre gewählten Volksvertreter, die sich in ihrer heuchlerischen Ahnungslosigkeit keiner Verantwortung bewusst sein wollen. Die weit verbreitete moralische Apathie bringt es mit sich, dass kaum jemand von der organisierten Gewalt etwas mitbekommt. Wegschauen und Verdrängung werden leicht gemacht, zumal die Massenmedien diese Gewalttaten, wenn sie bekannt werden, stets als eine Sache des Guten im Kampf gegen das Böse verkaufen.
Die unsagbare Gewalt des Westens unter Führung der US-Regierung nach dem 2. Weltkrieg wurde in der Nobelvorlesung des Literaturnobelpreisträgers im Jahre 2005, Harold Pinter, anhand von Beispielen wie der Invasion im Irak und dem Krieg gegen Nicaragua thematisiert (7). Er weißt auf den Hypnoseakt hin, mit dem auch die schlimmsten Gewaltverbrechen unsichtbar gemacht werden:
„Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht. Es spielte keine Rolle. Es interessierte niemand.“
Der US-Krieg gegen Nicaragua, der über die Finanzierung der sog. Contras erfolgte, forderte etwa 60.000 direkte Todesopfer. Als der US-Kongress die brutalen Gewalttaten gegen das Land nicht mehr offiziell finanzieren wollte, da organisierte die CIA die Finanzierung des Krieges über Einnahmen aus illegalen Waffengeschäften mit dem Iran und ermöglichte den illegalen Drogenhandel großer Mengen an Kokain in die USA.
Nach dem Krieg der US-Regierung gegen Nicaragua durfte ich dort für einige Jahre beim Wiederaufbau mithelfen und eine kirchliche Hilfsorganisation unterstützen. So erlebte ich auch die Nachwirkungen der US-Invasion in Panama. Dort war Manuel Noriega Präsident, ein CIA-Agent, über den Waffenlieferungen im Krieg gegen Nicaragua abgewickelt wurden. Wie mir viele meiner Gesprächspartner berichteten, drohte Noriega damit auszupacken. Die US-Regierung begann daraufhin eine Invasion Panamas und verhaftete ihren CIA-Agenten. Dabei kamen etwa 4.000 Menschen ums Leben. Das war zwischen dem 20. Dezember 1989 und dem 03. Januar 1990.
Am deutlichsten ist die totalitäre Gewalt sichtbar, wenn brutale militärische Gewalt eingesetzt wird, Länder bombardiert und Menschen getötet werden, um zum Beispiel, wie die US-Regierung 2026, unverblümt venezolanisches Öl, Gold und seltene Erden zu rauben und den Einfluss Chinas zurückzudrängen. Die US-Bombardierung Venezuelas am 03. Januar 2026 inklusive Menschenraub von Präsident samt Gattin und das Blutbad bei der brutalen Tötung der Menschen in der Umgebung des Präsidenten-Ehepaars, darunter 32 kubanische Sicherheitskräfte, knüpfen nahtlos an die neoliberale Gewalt der letzten Jahrzehnte an. Auch die Freudenbekundungen darüber oder das Stillschweigen vieler der US-Vasallen in Europa spricht Bände. Sie wollen auch ein paar Krümel vom Beutefeldzug abbekommen. Immerhin gehört das größte Erdölvorkommen des Planeten bisher dem venezolanischen Volk. Nun stehen US-Raubtierkapitalisten und ihre Vasallen für die nächste Plünderung bereit.
Rainer Mausfeld in Hegemonie oder Untergang: „Die gesamte Lebensform des Westens ist also, in Kontinuität zum europäischen Kolonialismus, der überhaupt erst den industriellen Aufstieg der reichen Länder ermöglichte, bis in ihre Wurzeln parasitär und kann nur durch eine rabiate Ressourcenausbeutung ökonomisch und militärisch schwächerer Länder erhalten werden. Die dabei von schwächeren Ländern abgeschöpften Mittel und Ressourcen mehren den Reichtum westlicher Macht und Besitzeliten und dienen zur Finanzierung der endlosen Kriege, auf die der Westen zum Erhalt und zur Ausweitung seiner parasitären Bedürfnisse angewiesen ist.“
Die neokolonialen Ausbeutungsmechanismen sind heute von jeglicher moralischer Implikation abgekoppelt. Hungerspekulation, Landraub, die Aneignung von Trinkwasserreserven durch globale Konzerne und der Einsatz von Arbeitssklaven zur Gewinnmaximierung sind lukrative Profitbringer. Die strukturelle Gewalt im neokolonialen Gewand sichert die Ausbeutungs- und Plünderungsmechanismen und lässt die Reichen reicher werden, während den Armen gesagt wird, sie und ihre Regierungen seien selber schuld an ihrer Situation.
Zu den Methoden der neokolonialen Ausbeutung armer und rohstoffreicher Länder gehören die Kontrolle der Finanz- und Währungspolitik, Schuldendienste, erpresste Freihandelsverträge und privatwirtschaftlich geformtes Handelsrecht. Auch die willkürliche und nebulöse „regelbasierte Ordnung“ des Westens sorgt stets für eine Bevorteilung der Reichen, ebenso wie die Besetzung strategischer Positionen in Wirtschaft und Politik durch Vermögensverwalter wie Blackrock. Ein mächtiges Instrument der Eliten ist das weltumspannende Netzwerk von westlichen Geheimdiensten. Rainer Mausfeld dazu in Hegemonie oder Untergang: „Dieses Netz westlicher Geheimdienste … ist der Kern und die Keimzelle totalitärer Herrschaft.“
Die Armen und die sozial Benachteiligten und Ausgegrenzten im globalen Süden wie auch im Norden haben das Nachsehen. Im globalen Süden fehlt Milliarden von Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser oder zu sanitären Einrichtungen. Mehr als 2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem, verfügbarem Trinkwasser. Mehr als 4 Milliarden Menschen können keine sicheren Sanitäranlagen nutzen. Die Hälfte der Weltbevölkerung hat nicht einmal Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Mehr als zwei Milliarden Menschen leiden an Ernährungsunsicherheit und sind gezwungen, regelmäßig Mahlzeiten auszulassen. Hinzu kommt einseitige Ernährung und die Steigerung der Abhängigkeit von industriell hergestellten Produkten. Das steigert zwar die Profite großer Konzerne, nicht jedoch die Qualität der Produkte, die sich der ärmere Teil der Weltbevölkerung leisten kann. Milliarden Menschen leiden unter dem chronischen Mangel an lebenswichtigen Mineralien und Vitaminen. Das schädigt die körperliche und geistige Entwicklung, verursacht schwere Krankheiten und führt zum frühzeitigen Tod durch den "verborgenen Hunger" (8).
Alle paar Sekunden stirbt ein Mensch an Unterernährung. „Wir lassen sie verhungern“, analysiert Jean Ziegler zutreffend (9). In seinem gleichnamigen Buch berichtet Ziegler aus der Praxis seiner langjährigen Tätigkeit als Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung und als Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats. Er beschreibt die Ursachen und die Lösungen des Unfassbaren: Der jährliche Hungertod von Millionen Menschen.
Jean Ziegler ist überzeugt: Die Menschheit ist heute in der Lage, extreme Armut und den Hungertod von Millionen Menschen von unserem Planeten zu verbannen. Die Ursachen sind erkannt und die Lösungen sind vorhanden. Was fehlt ist der politische Wille und das Gewahrsein der Menschen, dass sie es sind, auf die es jetzt ankommt.
Noch immer sind auch die Folgewirkungen der politischen Corona-Maßnahmen der Jahre 2020 bis 2023 spürbar. Die Maßnahmen haben eine beispiellose humanitäre Katastrophe ausgelöst. Sie traf die Ärmsten am härtesten. Spätestens nach dem UN-Bericht "The Impact of COVID-19 on Children" vom 15. April 2020 waren die katastrophalen Auswirkungen der politischen Maßnahmen bekannt. In seiner Erklärung vor dem UN-Sicherheitsrat am 21. April 2020 sprach David Beasley, Direktor des UN World Food Programme (WFP), von einer nie dagewesenen Hungerpandemie mit Millionen zusätzlichen Hungertoten. Die Verantwortlichen nahmen das Verhungern von zusätzlich Millionen Menschen in Kauf, darunter viele Kinder.
Bereits vor Corona starb alle paar Sekunden ein Kind an Hunger. Wir lassen sie verhungern. Wen stört es? Hungernde Kinder haben keine Kaufkraft. Doch die Profitgier der Reichen hat selbst für diese Tragödie zig Wege gefunden, ihre Profite zu steigern. Hunger und Krieg sind profitable Geschäftsfelder.
Nie zuvor litten so viele Kinder unter den prekären Lebensbedingungen in menschengemachten Krisen und Kriegen wie im Jahr 2025 – etwa jedes fünfte Kind. Darauf weist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hin.
Mit dem Niedergang des Westens und der Selbstdemontage der EU vergrößern sich die Disparitäten innerhalb der westlichen Gesellschaften. Die Armut nimmt auch dort zu und die Eliten sichern ihre Macht durch nie dagewesene KI-unterstütze Kontrolle, Überwachung und Manipulation, durch innergesellschaftliche Gewalt gegen nicht regierungskonforme Gruppen und Einzelpersonen, durch Angstverbreitung, Kriegsvorbereitung und die Umstellung auf eine Kriegswirtschaft.
Schaffen 100 Milliarden für ein paar neue Bomber mehr Wohlstand, mehr Arbeitsplätze mehr soziales Miteinander als deren Investition in zivilen Bereichen? Sicherlich nicht. Die Umstellung auf Kriegswirtschaft geht einher mit einem sozialen Kahlschlag, miserablen Zuständen in Schulen, Pflegeeinrichtungen und im Gesundheitswesen, mit wachsender Altersarmut und einer ansteigenden Zahl von körperlich wie psychisch chronisch kranken Menschen.
Der Lebensstil der Eliten in westlichen Gesellschaften wurde über Jahrzehnte und zum Teil noch bis heute als erstrebenswerte Lebensform für den Rest der Welt angepriesen. Möglich geworden ist er durch organisierte Gewalt, Ausbeutung anderer Länder und rücksichtslose Plünderung der Ressourcen des Planeten. Wenn alle Menschen einen so ressourcenfressenden Lebensstil führen würden wie durchschnittlich in Deutschland während der letzten Jahrzehnte, dann bräuchten wir drei Erden. Wenn die USA als Vergleich herangezogen werden, dann sind es 5 Erden. Die Anpreisung des westlichen Lebensmodells als vorbildlich für die gesamte Menschheit ist ein fataler Irrweg gewesen (10).
Die bereits erwähnten Clare W. Graves und Don Edward Beck (3) leiteten aufgrund ihrer empirischen Studien drei mögliche Zukunftsszenarien ab. Es sind sinngemäß:
1. Eine Regression auf lange zurückliegende Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte, wenn weiterhin mit Massenvernichtungswaffen hantiert und die Plünderung der Ressourcen des Planeten nicht gestoppt wird.
2. Die Herausbildung von dystopischen Versionen von George Orwells 1984 mit tyrannisch-manipulativen Regierungsformen, wenn die Dominanz sich gegenseitig ausschließender Denkweisen anhält.
3. Die Entfaltung eines neuen Denken, das auf einer integrierenden Spiritualität ruht und die Fähigkeit ausprägt, eine übergeordnete Perspektive einzunehmen.
Mit dem dritten Szenario können, so die Hoffnung, alle Phasen der Entwicklung mit ihren unterschiedlichen Weltsichten, Menschenbildern, Paradigmen und Werten besser integriert werden. Sich scheinbar widersprechende Sichtweisen werden als potentiell zusammenwirkende Teile eines Ganzen erkannt. Auf dieser Einsicht basiert die Fähigkeit, offen und konstruktiv mit verschiedenen Weltsichten umzugehen, die lebensfördernden Aspekte aller Weltsichten einzubeziehen. Lebensfördernde Entscheidungen sind auf dieser Basis wahrscheinlicher, jedoch keineswegs garantiert.
Graves, Beck und andere haben sich mit der Entfaltung menschlicher Potentiale und der Bewusstseinsentwicklung beschäftigt. Der individuelle und kollektive Entfaltungsprozess kann demnach stagnieren oder sich auch umkehren, doch insgesamt ist eine potentielle Entwicklungsrichtung erkennbar, von geringer Bewusstheit zu einer immer umfassenderen Bewusstheit, die ein Weiten der Wir-Identität einschließt. Der Entfaltungsprozess bildet durch Transzendieren und Einschließen vorheriger Wir-Identitäten eine immer umfassendere Ganzheit: Von egozentrisch zu soziozentrisch / ethnozentrisch (die eigene Gruppe betreffend), zu weltzentrisch (die Menschheit insgesamt), zu planetenzentrisch (die Erde, alle Erdlinge), zu kósmozentrisch (die All-Einheit).
In den vergangenen rund 500 Jahren und insbesondere in den letzten etwa 150 Jahren hat sich der Prozess der Entstehung neuer Bewusstseins-Strukturen und der damit einhergehenden unterschiedlichen Sichtweisen mit einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit beschleunigt. Immer mehr Weltsichten prallen ungebremst aufeinander. Damit verbunden sind Grabenkämpfe zwischen unterschiedlichen Sichtweisen und Wertesystemen, die zu gegensätzlich erscheinenden Lösungsansätzen für die Bewältigung von Problemen und Krisen führen.
Der Kampf um die Alleingültigkeit von Sichtweisen kann überwunden werden. Clare W. Graves beschreibt das neue Denken als den „Beginn eines neuen Satzes in der Symphonie der Menschheitsgeschichte“ – ein epochaler Quantensprung des Bewusstseins. Ob dieser Quantensprung gelingt oder ob es ein Sprung in den Abgrund sein wird, das war für Graves offen:
„The present moment finds our society attempting to negotiate the most difficult, but at the same time most exciting, transition the human race has faced to date.” (11)
Das kritische Momentum des Quantensprungs ist die Herausbildung einer integrierenden Spiritualität. Eine rein integral-systemische Zusammenschau und Berücksichtigung aller Denkweisen reicht nicht. Sie kann insbesondere in Krisenzeiten eine Kontroll- und Überwachungsdystopie herausbilden. Eine systemisch-technokratische Herrschaftsform kommt erst recht ohne eine integrierende Spiritualität aus, also ohne die Herausbildung der Fähigkeit zur Erkenntnis und praktischen Einbeziehung des Ewigen, des Zeitlosen als Grund aller Erscheinungen, der Quelle des Denkens, der Intuition, Inspiration und Imagination. Für eine solche metaphysische Erkenntnis der Essenz und Quelle des Lebens ist in einem systemisch-technokratischen Denkhorizont kein Platz. Aber auch ein technokratischer Totalitarismus und Transhumanismus, mit dem Versuch einer systematischen regressiven Bewusstseinswende für die Massen, kann die grundlegende Innerlichkeit und Heiligkeit der Essenz des Lebens nicht auslöschen. Totalitarismen vergehen – aus dem Grunde aller Erscheinungen quillt Neues hervor (12).
Was wir heute inmitten des Hereinbrechens gewalttätiger Dystopien auch sehen ist: Die eine oder andere Menschenseele klopft zunächst ganz leise und dann lauter werdend an die verhärteten inneren Krusten von so manchem Menschenwesen und ein Klang ist zu hören. Er ertönt in allem Leben. Und einige vernehmen ihn in manch stiller Stunde: Aufwachen, erinnere dich, es ist an der Zeit – erwache.
Eckhart Tolle nennt dieses Erwachen das Gegenwärtigsein. Dystopische Zeiten eignen sich dafür ganz besonders, ist er überzeugt:
„Wir durchleben eine Periode zunehmenden Wahnsinns in den kollektiven Führungen – wie eine Krankheit, eine kollektive Krankheit, eine Geisteskrankheit, die einen bedeutenden Teil der Menschheit ergreift, das passiert manchmal. Menschen, nicht nur Individuen, sondern auch Kollektive, durchlaufen Perioden des Wahnsinns, und das ist es, worauf wir uns jetzt zubewegen. … Der Krisenpunkt ist auch eine große Chance, aus dem Ego-Zustand herauszukommen. Den gibt es schon seit Tausenden von Jahren und er hatte seine Funktion. Es war okay, aber jetzt kommt es zu einem Ende.“ (13)
Eine grundlegende Hoffnung ist die von Eckhart Tolle betonte, jetzt gegebene Chance der Transformation zu Bewusstheit und Selbsterkenntnis – zum Erwachen. Eckhart Tolle gehört zu den spirituellen Lehrern, die gerne Worte von Jesus, Buddha und anderen Quellen der Weisheit zitieren. Damit weist er auf die Erkenntnis hin, dass alle bedeutsamen spirituellen Traditionen der Menschheitsgeschichte im tiefen Grunde auf dieselbe Essenz weisen. Sie können eine transformative Kraft zur Entfaltung bringen, die gerade jetzt gebraucht wird und die für immer mehr Menschen spürbar ist. Eine strahlende Freude des Seins und ein tiefer Frieden gehen damit einher.
Auch die bereits allgegenwärtige Künstliche Intelligenz (KI) und die Programme zur Nachahmung menschlicher Intelligenz, menschlicher Gefühle, Dichtung und Kunst, mit ihrer Seelensimulation, bergen ein großes Potential für das Erwachen. Denn nun sind wir gefordert, den Fragen nach dem Menschsein auf eine neue Weise nachzuspüren. Was unterscheidet menschliche Intelligenz von der KI-Intelligenz? Die Frage nach der Innerlichkeit des Menschen im Unterschied zur Maschine, nach dem Ursprung von Denken, Fühlen und Wollen erhält eine neue Aufmerksamkeit. Was ist die Quelle für Intuition, Inspiration und Imagination? Haben KI-Seelensimulationen eine Tiefe, ein Sein? Die sich offen dafür zeigenden Menschen werden auch dadurch ihrer SELBSTerkenntnis nahe kommen.
Ich hatte schon auf den Hypnoseakt hingewiesen, den Harold Pinter in seiner Nobelvorlesung angesichts der schlimmsten Gewaltverbrechen beschreibt:
„Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht. Es spielte keine Rolle. Es interessierte niemand.“
Das Verleugnen, das Ignorieren, das Wegschauen und das Desinteresse, was mit massenpsychologischen Manipulationsmethoden gefördert werden kann, entspricht einer Regression des Bewusstseins.
In spirituellen Kreisen gibt es manchmal eine ähnliche Tendenz der Verleugnung. Abwendung von der Welt kann die Folge sein, Rückzug in die Innerlichkeit, in das eigene Ego. Die Schlechtigkeiten der Welt und das unerträgliche Leiden muss dann nicht mehr betrachtet werden. Die Mitwirkung an der Ermöglichung von direkter und struktureller Gewalt kann dann leicht ausgeblendet werden. Es spielt keine Rolle. Es interessiert nicht.
Eine andere Weise des Umgangs mit Leiden und Gewalt aufzuzeigen, das ist ein Anliegen vieler religiöser und einiger spiritueller Strömungen. Dabei kann die Hinwendung zum Leidenden, zur Bewusstmachung und Benennung auch von staatlicher Gewalt und der eigenen Verwicklung darin zur Herausbildung eines Mitgespürs und eines Mitempfindens beitragen, die nicht lähmend sind. Handlungsfähigkeit kann dann gestärkt werden, Wut in Mut gewandelt und Hoffnung neu geboren werden.
In meiner langjährigen Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, im Entwicklungsdienst und Beratungsprojekten durfte ich solche anderen Weisen des Umgangs mit Leiden und Gewalt kennenlernen, von denen einige Aspekte vielleicht gerade jetzt sehr hilfreich sein können. Dazu gehören die Befreiungstheologie und die Befreiungspädagogik, die auf Paulo Freire zurückgeht (4), die Anwendung integraler Herangehensweisen (3), christliche und buddhistische Weisen, all das sind Leuchtfeuer der Hoffnung, mit denen ich selbst in Berührung kam. Es gibt noch viele weitere. Ich möchte hier noch auf die überaus inspirierende Arbeit von Joanna Macy hinweisen. Auch sie zeigt, wie wir inmitten von dystopischen Zuständen, inmitten von Gewalt und Chaos standhalten und inspiriert Handeln können (14).
Alle diese Ansätze haben im Kern zu tun mit der Rückverbindung, der Wiederverbindung mit dem Sein in allem, das zeitlos ewig ist – dem Erwachen. In der tiefen Berührung zwischen Menschen und allem Leben sprudelt daraus das Wasser der Lebenskraft des lebendigen Sein, das Licht, die Wahrheit und das Leben.
Während meiner Aufenthalte in Lateinamerika lernte ich Lieder von Mercedes Sosa kennen. Eines davon habe ich in mein Herz geschlossen. Auf Deutsch heißt es im Refrain:
Nur eines erbitte ich von Gott,
dass der Schmerz mich nicht gleichgültig lasse
und dass der bleiche Tod mich nicht allein und leer finde,
ohne dass ich getan habe, was notwendig war auf dieser Erde.
(1) George Orwell: 1984, Erstausgabe in Englisch 1949 und George Orwells Fabel „Farm der Tiere“, Erstausgabe in Englisch 1945
Aldous Huxley: Schöne neue Welt, Erstausgabe in Englisch 1932, siehe auch
Jevgenij Samjatin: Wir, Erstausgabe in Russisch 1920
(2) Siehe dazu auch Ralf Pochadt: Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg, Bad Honnef, 2024, Seite 169f, 214ff und 243ff
(3) Don Edward Beck u.a.: Spiral Dynamics, Mastering Values, Leadership, and Change, Oxford, 1996; zu den im Text erwähnten Zukunftsszenarien vgl. Seite 13, zur integrierenden
Spiritualität vgl. zum Beispiel Beck (2006):
Don Edward Beck: Spiral Dynamics Integral: Learn to Master the Memetric Codes of Human Behavior, Audiobook, Louisville, 2006
Ken Wilber: Integrale Psychologie, Freiamt, 2001
Ken Wilber: Integrale Spiritualität, München, 2007
Ken Wilber u.a.: Integrale Lebenspraxis: Körperliche Gesundheit, emotionale Balance, geistige Klarheit, spirituelles Erwachen. - Ein Übungsbuch, München, 2010
Ken Wilber: Integrale Meditation, wachsen, erwachen und innerlich frei werden, München, 2017
Ken Wilber: The Religion of Tomorrow: A Vision for the Future of the Great Traditions. More Inclusive, More Comprehensive, More Complete, Boulder, 2017
(4) Dabei geht es um einen vertieften Dialog, unbewusste Annahmen werden erkannt und thematisiert. Zur Vertiefung und Verlangsamung des Dialogs kann ein Sprechstab oder Sprechstein genutzt werden,
der von Redenden in die Hand genommen wird. Der Ton einer Klangschale kann zusätzlich zu einer Vertiefung des Dialogs beitragen. Ein solcher Dialog kann heranreichen an eine Öffnung für die Quelle
des Denkens und für das gegenwärtige Sein. Ein vertiefter Dialog eröffnet neue Perspektiven und kreative Lösungen.
David Bohm: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen, Stuttgart, 1998
Paulo Freire Kooperation e.V.: https://paulo-freire-kooperation.de
(5) Vgl. zum Beispiel:
Mattias Desmet: Die Psychologie des Totalitarismus, Europaverlag 2023
Michael Nehls: Das indoktrinierte Gehirn: Wie wir den globalen Angriff auf unsere mentale Freiheit erfolgreich abwehren, Mental Enterprises Verlag Vörstetten, 2023
Albrecht Müller: Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst. Wie man Manipulationen durchschaut. Erweiterte Fassung und Taschenbuch, Westend Verlag, 2022
(6) The Lancet Global Health: The health toll of economic sanctions. Editorial Volume 13, Issue 8, e1327, August 2025
https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(25)00278-5/fulltext
(7) Nobel Prize in Literature 2005, Harold Pinter – Nobelvorlesung:
https://www.nobelprize.org/prizes/literature/2005/pinter/25626-harold-pinter-nobelvorlesung
(8) Nach einer Studie, die 2024 im Fachjournal "The Lancet Global Health" erschienen ist, leiden mehr als 5 Milliarden Menschen am sog. "verborgenen Hunger" aufgrund eines chronischen Mangels an
essenziellen Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe).
The Lancet Global Health: Global estimation of dietary micronutrient inadequacies: a modelling analysis. Volume 12, Issue 10, e1590-e1599, October 2024
https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(24)00276-6/fulltext
(9) Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt. Deutsche Ausgabe München, 2012
World Food Programme (WFP): The State of Food Security and Nutrition in the World (SOFI) Report 2025:
https://www.wfp.org/publications/state-food-security-and-nutrition-world-sofi-report
(10)Global Footprint Network:
https://data.footprintnetwork.org/#/countryTrends?cn=79&type=earth
Siehe dazu auch „Der Ruf der Erde“:
https://www.asturien.net/der-ruf-der-erde
(11) Don Edward Beck u.a.: Spiral Dynamics, Mastering Values, Leadership, and Change, Oxford, 1996, Seite 13
(12) Siehe dazu auch „Vom Aufwachen und Aufwachsen“ in: Ralf Pochadt, Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg, Bad Honnef 2024, Seite 353ff
(13) Eckhart Tolle zu den Ereignissen ab 2020 in einem Interview mit Russel Brand im November 2022: https://www.youtube.com/watch?v=Ko_peK-7I5A
oder auch: School of Awakening: Become Free from the Overthinking Mind with Eckhart Tolle:
https://www.youtube.com/watch?v=P_0ICsolRcU
(14) Joanna Macy, Chris Johnstone: Hoffnung durch Handeln. Dem Chaos standhalten, ohne verrückt zu werden, Junfermann Verlag Paderborn, 2014
Joanna Macy: A wild Love for the World, Shambala Publications Boulder, 2020