El Cachucho - Le Danois Bank

Naturwunder vor der asturischen Küste

El Cachucho - Die Picos de Europa des Meeres Asturcones am Monte Sueve mit Blick auf das vom Wasser verborgene Meeresgebirge El Cachucho

El Cachucho (Le Danois Bank) ist der Name eines submarinen Gebirges, das der Sierra del Sueve in Asturien vorgelagert ist.

 

Die einzigartige Unterwasserwelt vor der asturischen Küste ist ein spektakuläres Naturwunder unter dem Meeresspiegel. Es ist auch das Reich der Calamares Gigantes, darunter der Riesenkalmar Architeuthis dux.

 

Die Gipfel des Gebirges waren einst über dem Wasser. Heute befindet sich das Hochplateau des Unterwassergebirges zwischen 400 und 500 Metern unterhalb der Meeresoberfläche. Die steil abfallenden Hänge des Unterwassergebirges reichen bis in eine Tiefe von etwa 5.000 Metern. Die einzigartige Vielfalt der Lebensformen und die Besonderheiten der Unterwasserwelt von El Cachucho haben dazu geführt, dieses Gebiet als den ersten Meeres-Nationalpark Spaniens unter Schutz zu stellen. Das geschützte Gebiet umfasst, nach einer Erweiterung im Jahre 2019, eine Fläche von 2.618 km².

 

Neben dem submarinen Gebirge El Cachucho interessieren sich internationale Forschungsteams vor allem für die Schluchten, die aus der Tiefsee wie ein Keil bis fast an die Strände um Avilés, Lastres und Llanes reichen. El Cachucho und die küstennahen Mega-Canyons weisen eine hohe Artenvielfalt auf und beherbergen seltene Meeresbewohner. Sie gehören zu den Naturwundern des Planeten.

 

Artenreiche Korallenriffe sind hier zu finden, Delfine (Tursiops truncatus, Stenella coeruleoalba, Delphinus delphis), Wale (Ziphius cavirostris, Ziphius spp, Physeter macrocephalu, Balaenoptera physalus, Balaenoptera acutorostrata, Globicephala melas), seltene Tiefseehaie und Meeresschildkröten (u.a. Caretta caretta).

 

Die vom Aussterben bedrohte Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) ist die größte Schildkrötenart der Erde. Ende 2018 wurden in Asturien allein innerhalb eines Monats drei tote Lederschildkröten angespült. Einige Jahre zuvor wurden sieben Lederschildkröten auf die Todesursache hin untersucht. Fünf der sieben starben an Plastikmüll in ihren Leibern. Bei einer Untersuchung der Todesursache von 14 Schnabelwalen, die ebenfalls an die asturische Küste gespült wurden, hatten 11 Wale große Mengen Plastik in ihrem Verdauungssystem. Bei 9 der Wale war der Plastikmüll die direkte Todesursache. Vor der asturischen Küste haben sich Gebiete mit einer hohen Konzentration von Plastik gebildet. Am 02.05.2019 wurde wieder ein Wal angespült, in Gijón. Er war 10 Meter lang.

 

Auch das globale Artensterben ist in den küstennahen Gewässern Asturiens bereits deutlich spürbar: Der Ruf der Erde.

Naturwunder vor der asturischen Küste in Gefahr

El Cachucho - Die Picos de Europa des Meeres Blick auf die Region des vom Wasser verborgenen Meeresgebirge El Cachucho

Das fischreiche Meeresgebiet El Cachucho befindet sich auf einer der Hauptrouten von Zugvögeln. Für Seevögel sind diese nahrungsreichen Gewässer überlebensnotwendig. Doch El Cachucho ist als Lebensraum für eine Vielzahl von gefährdeten Arten zunehmend bedroht. Die Gründe sind vielfältig. Dazu gehören Fischerei, Schiffsverkehr und Plastikmüll.

 

Strände und Flussufer verwandeln sich nach Großveranstaltungen regelmäßig in Müllhalden, zum Beispiel bei der Kanuabfahrt Descenso International del Sella und den Fiestas entlang der Flüsse und an Stränden wie bei den San Juan Sonnenwend-Events.

 

Von den 20-30 Tonnen Müll pro Veranstaltung gelangen viele Plastikteile ins Meer. 

 

Das Problem des Plastikmülls in den Meeren ist bekannt, doch zumeist wird es nicht mit dem eigenen Handeln in Verbindung gebracht oder es wird als Problem von weit entfernten Gegenden im Pazifik angesehen (A Plastic Ocean Trailer und Website; Albatross Trailer und Film). Deutschland ist Europameister bei der Entstehung von Plastikmüll. Wenn Touristen an die asturischen Strände kommen, dann sind die plastikverseuchten Tierkadaver zumeist bereits weggeräumt. Auch ein Verbot von Strohhalmen und Wattestäbchen aus Plastik oder Gebühren für Plastiktüten helfen wenig, wenn die Wegwerfgesellschaft ihre Lebensweise beibehält und ihrem Mehrgott huldigt.

 

Die bestehenden Maßnahmenpläne zum Schutz des Lebens im Meeres-Nationalpark El Cachucho sind unzureichend. Doch immerhin wird das Naturwunder vor der asturischen Küste dadurch bekannter. Die ökologischen Zusammenhänge und die menschengemachten Umweltprobleme werden durch die Forschungen im Nationalpark aufgezeigt.

Die legendären Meeresgiganten

Einzigartig ist die Anzahl und der Artenreichtum der hier vorkommenden Riesenkalmare, die Calamares Gigantes, darunter Architeuthis dux und der Dana Octopus Squid Taningia danae. Die Riesenkalmare sind noch kaum wissenschaftlich erforscht. Ein vergleichbares Rückzugsgebiet dieser Meeresgiganten ist bisher nur aus Neuseeland bekannt.

 

An der asturischen Küste gibt es viele Geschichten und Legenden rund um die gigantischen Geschöpfe der Tiefsee. Sie können 1.000 kg schwer und 15 Meter lang werden. Manchmal werden tote Exemplare an den Stränden Nordspaniens aufgefunden. Im westasturischen Luarca befindet sich die weltweit größte Sammlung von Riesenkalmaren. Nachdem die Sammlung im Jahre 2014 zum Teil zerstört wurde ist die Zukunft der einzigartigen Sammlung ungewiss. Derzeit können die Meeresgiganten im Parque de la Vida bewundert werden.

Hier einige Impressionen aus dem Avilés-Canyon und dem Lastres-Canyon (Carrandi):

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