Priscillian und sein Vermächtnis auf dem Sternenweg: Priscillians Wirken und Martin von Tours

Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg - Der Ruf des Sueve

478 Seiten, mit vielen Zeichnungen und Fotos (s/w), 2. erweiterte Auflage 2018
CreateSpace Independent Publishing

 

Auszug aus dem Kapitel "Priscillians Wirken und Martin von Tours":

  ... Die dokumentierte Geschichte Priscillians beginnt in Colonia Caesaraugusta (Saragossa). In der heutigen Hauptstadt der spanischen Autonomen Gemeinschaft Aragonien fand ab dem 4. Oktober des Jahres 380 eine Kirchenversammlung statt, an der 12 Bischöfe teilnahmen. [[i]] Priscillian selber war auf der Synode in Saragossa zwar nicht persönlich anwesend, doch die Ideen und die Glaubenspraxis, die von Priscillian und anderen Laien und Klerikern vertreten wurden und auf große Resonanz stießen, wurden kontrovers diskutiert und verurteilt. Insbesondere die Rolle der Frauen als gleichberechtigte Mitglieder christlicher Gemeinschaften stieß auf harsche Kritik einiger Bischöfe. Das gemeinsame Bibelstudium von Männern und Frauen wurde mit dem Anathema (Kirchenbann) belegt. Diese Strafe bedeutete den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft. Sie wurde ebenso verhängt für die Teilnahme an priscillianischen Liturgien und Ritualen, die zu bestimmten Zeiten außerhalb der Kirche durchgeführt wurden. Darunter Rituale in privaten Häusern, Retreats in der Natur, rituelle Bergaufstiege und die Durchführung von Ritualen, bei denen das Barfuß-Gehen eine wichtige Rolle spielte. Formal lauteten die Beschuldigungen gegen die Priscillianer auf Häresie, Zauberei und Manichäismus. [[ii]] Dies waren damals die Label für besonders schwere Vergehen, die mit drakonischen Strafen geahndet werden konnten. ...

Nach der Synode in Saragossa im Jahre 380 begann der Streit um die Lehren Priscillians und die Praxis der Studiengruppen aus Frauen und Männern Fahrt aufzunehmen. Im Kern ging es auch um einen kirchenpolitischen Richtungsstreit, der bis heute nichts von seiner brisanten Aktualität verloren zu haben scheint: Die Kirche als hierarchisch von Papst und Bischöfen dominierte patriarchale Einrichtung oder Kirche als von Papst / Päpstin und Bischöfen / Bischöfinnen unterstützter Prozess der Gotteserfahrung durch Erkenntnis, wobei diese Erkenntnis allen Menschen zugänglich ist.

Zwischen 380 und 385 eskalierte dieser Streit. Von ihren Ideen zutiefst überzeugt, unternahmen Priscillian und eine kleine Gruppe von gleichgesinnten Bischöfen und Laien den Versuch, die weltlichen und kirchlichen Führer für ihre Überzeugungen zu gewinnen. Sie gerieten dabei unter massiven kirchenpolitischen Druck. ...

Im Jahre 382 suchte Priscillian vergeblich die Unterstützung von Papst Damasus. [[viii]] Anlässlich einer Synode in Bordeaux im Jahre 384 wurden die priscillianischen Lehren dann erneut verurteilt. Priscillian erschien nicht auf dieser gegen die Priscillianer gerichteten Synode. Er verlangte, dass er sich vor dem Kaiser verteidigen dürfe, was seine Widersacher gerne akzeptierten, hatten sie doch bereits gute Beziehungen zu wichtigen Funktionsträgern des Kaisers in Trier aufgebaut, was einen Prozessverlauf in ihrem Sinne begünstigen konnte. So kam es zu dem Prozess in Trier, Residenzstadt des 383 an die Macht gekommenen römischen Kaisers Magnus Maximus. Der Prozess gegen die Priscillianer begann im Jahre 384 und endete 385 oder zu Beginn des Jahres 386 mit Todesurteilen wegen maleficium (Magie) im Sinne von Schadenszauber.

Die Bischöfe Ambrosius von Mailand und Martin von Tours waren bei diesem Prozess in Trier zeitweilig anwesend. Sie missbilligten, dass weltliche Richter in dieser kirchlichen Angelegenheit entscheiden sollten und sie verurteilten mit Nachdruck, dass katholische Bischöfe den Kaiser dazu drängten, Todesurteile gegen die Priscillianer zu verhängen. Doch die Priscillian-Gegner setzten sich durch. Der Praefectus praetorio Evodius verurteilte einige der Priscillianer zum Tode durch das Schwert. Andere wurden verbannt. Sulpicius Severus gibt über die Urteile Auskunft. Es wurden demnach in Trier hingerichtet: Priscillian selbst, dann die beiden Kleriker Felicissimus und Armenius [[ix]], ferner Latronianus (ein Dichter und Gelehrter aus Hispanien) und schließlich Euchrotia, die verwitwete Gemahlin des Rhetors Delphidius zu Bordeaux, die schon zwei Jahre vorher mit ihrer Tochter Procula dem Priscillian nachgefolgt war und diesem sehr nahestand. In einem nachfolgenden Verfahren wurden Asarivus (Asarbus) und der Diakon Aurelius hingerichtet. Zwei Priscillianer wurden auf die Scilly-Inseln südwestlich von England verbannt: Instantius, der als Bischof von Bordeaux abgesetzt worden war und Tiberianus, ein Schriftsteller aus Hispanien. Drei andere, die sich frühzeitig von Priscillian losgesagt hatten, wurden mit zeitweiliger Verbannung in Gallien bestraft. ...

Die Gegner Priscillians schafften es, Kaiser Maximus dazu zu veranlassen, die AnhängerInnen Priscillians auch in Hispanien zu verfolgen, ihnen ebenfalls den Prozess zu machen und sie zu enteignen. Im Jahre 386, kurz nach den Exekutionen, kam Martin von Tours erneut nach Trier, um vor dem Kaiser dafür einzutreten, zumindest die Inquisition gegen die Priscillianer in Hispanien zu beenden. Sein Chronist Sulpicius Severus hat die Ereignisse des Jahres 386 in seinem 3. Dialog ab Kapitel 11 niedergeschrieben: [[xi]]

„Ich komme zu einem Ereignis, das Martinus wegen der damaligen traurigen Zustände immer verheimlichte, aber vor uns nicht verbergen konnte.“ So beginnt der Bericht des Sulpicius Severus. Kaiser Maximus hatte beschlossen, „Beamte mit unbeschränkter Vollmacht nach Spanien zu schicken, um die Häretiker aufzuspüren, sie zu verhaften und ihnen Leben und Besitz zu nehmen.“ „Man urteilte damals nur nach dem Augenscheine, so daß einer mehr wegen seines bleichen Aussehens und seiner Kleidung als wegen seines Glaubens für einen Häretiker gehalten wurde.“

Martin von Tours lehnte die Kommunions-Gemeinschaft mit den Bischöfen ab, die für den Tod der Priscillianer verantwortlich waren. Er geriet daraufhin mit den Inquisitions-Bischöfen und dem Kaiser in einen Streit: „Da entbrannte der Kaiser in heftigem Zorn; er ließ Martinus stehen und ging rasch davon. Darauf wurden die Häscher (Verfolger der Priscillianer) ausgesandt nach denen, für die Martinus Fürbitte eingelegt hatte.“ „Sobald Martinus das erfahren hatte, eilte er noch zur Nachtzeit rasch in den Palast. Er versprach, die Gemeinschaft wieder aufzunehmen für den Fall, daß Schonung gewährt würde und auch die Tribunen zurückgerufen würden, die schon nach Spanien zum Verderben der dortigen Kirchengemeinden abgegangen waren. Maximus gewährte unverzüglich alles. Auf den folgenden Tag war die Weihe des Bischofs Felix anberaumt … An diesem Tage trat Martinus in Gemeinschaft mit den Bischöfen; er hielt es für besser, für kurze Zeit nachzugeben, als die ihrem Schicksal zu überlassen, über deren Nacken schon das Schwert schwebte.“

Damit konnte Martin von Tours die Auslöschung der Priscillianer in Hispanien verhindern. Martinus plagten nach dem Deal des Jahres 386 allerdings heftige Gewissensbisse. Seine „Wundergnade“ nahm ab. „Während der Heimreise seufzte er voll Betrübnis darüber, daß er, wenn auch nur kurze Zeit, sich in eine so verderbliche Gemeinschaft eingelassen habe.“ „Von jener Zeit an hütete er sich sehr, sich je wieder in weitere Gemeinschaft mit der Partei des Ithacius einzulassen. Doch da er einige Besessene langsamer als sonst und mit geringerer Wunderkraft geheilt hatte, bekannte er uns öfter mit Tränen, wegen jener verderblichen Gemeinschaft, zu der er sich für einen Augenblick aus Not, nicht aus Überzeugung herbeigelassen habe, fühle er eine Verringerung der Wunderkraft. Sechzehn Jahre lebte er noch nachher; er nahm an keiner Synode mehr teil und hielt sich von jeder Zusammenkunft der Bischöfe fern.“

Als ich mir vorstellte, wie die Häscher und Tribunen von Trier aus ausgesandt wurden, um im Namen des Imperiums vermeintliche AnhängerInnen Priscillians zu töten, da durchzuckte ein stechender Schmerz mein Herz und meine Seele, Bilder von neuzeitlichen Häschern und Tribunen, von blutüberströmten schreienden Kindern, Frauen und Männern stiegen in meinen Gedanken auf. Ich dachte an die Drohnenpiloten, die im Namen des Imperiums heute vermeintliche „Terroristen“ töten. Über Ramstein, nicht weit von Trier entfernt, lenken sie ihre Drohnenbomben ins Ziel. In der „westlichen Wertegemeinschaft“ gelangen unter Führung der US-Regierung immer mehr Menschen auf Todeslisten. Tausende Todesurteile wurden bereits vollstreckt. Die meisten Toten sind sogenannte “Kollateralschäden”, also Menschen, die sich z.B. zufällig in dem Häuserblock aufhalten, der als Bombenziel freigegeben wird. Die Überlebenden nehmen das Töten ihrer Familienangehörigen und Freunde nicht immer tatenlos hin. Einige werden in die Spirale der Gewalt gezogen. Drohnenkriege schaffen so auch immer neue Terroristen. [[xii]]

Todbringende Kampfdrohnen und ihre mörderischen Waffen zerfetzen menschliche Körper, verletzen ungezählte weitere Menschen und traumatisieren viele Menschen bis in die dritte oder vierte Generation. Die Bundesregierung spricht dabei lieber von männlichen Honigbienen („Drohnen“) und „eingerüsteten Effektoren“, die das „Wirken gegen nicht gehärtete, stationäre und bewegliche Punktziele“ ermöglichen. Damit sind offenbar Menschen gemeint. Solche lebensverachtenden Wortschöpfungen übersteigen noch bei Weitem das orwellsche Neusprech. [[xiii]]

Im postfaktischen Neusprech gilt heute: Krieg ist Frieden, Überwachung ist Freiheit, Ignoranz ist Stärke. Kriegseinsätze werden zu „Friedensmissionen mit robustem Mandat“, Atombomben sind „nukleare Teilhabe für mehr Sicherheit“. Und wenn noch mehr todbringende Kampfdrohnen angeschafft werden sollen, dann heißt es gegenüber den Steuerzahlenden, eine „Fähigkeitslücke“ solle mit einem „unbemannten Luftfahrtsystem“ geschlossen werden. Drohnenmorde sind zu einer Art Videospiel geworden, losgelöst von allem, was bisher an grundlegenden Menschenrechten gegolten hat. Drohnenpiloten bedienen den Joystick des Todes, als seien sie emotionslose Tötungsmaschinen. Doch manchmal kommt es dabei zu Nebenwirkungen: Manche Piloten schreien nach dem Morden plötzlich auf, in einem Aufbäumen der Reste von menschlicher Regung explodiert etwas tief in ihrem Inneren – manche werden zu Whistleblowern, so wie Brandon Bryant. [[xiv]] [[xv]]

„Von deutschem Boden soll nie wieder Krieg ausgehen.“ Dieser Leitspruch ist längst vergessen. Das Drehkreuz für den Krieg gegen „Terroristen“ befindet sich in Ramstein (Rheinland-Pfalz). [[xvi]]

 

Im Buch folgt hier ein Foto:
NO WAR malt ein Kind auf die Zufahrtsstraße der Air Base Ramstein

 

Ich fuhr nach Ramstein, um mich vor Ort zu informieren. Zeugen der Drohnenmorde und Friedensaktivisten trafen sich dort im Juni 2016. In mehreren Orten rings um die Air Base sammelten sich Friedensbewegte und bildeten eine Menschenkette. Es war schon ein grenzwertiges Gefühl, als die riesigen Transporter der US Air Force aus den Kriegsgebieten zur Landung ansetzten und Oskar Lafontaine eine bewegende Rede hielt. Den ganzen Tag der Menschenkette begleiteten die Starts und Landungen der US Air Force über den Köpfen der Teilnehmenden die Aktionen und Gesänge von tausenden Friedensbewegten.

Ramstein ist ein Drehkreuz für Kriege. Viele Millionen bezahlen die Steuerpflichtigen in Deutschland für den Betrieb, ebenso wie sie Millionen in die Atombomben-Basis in Büchel (Eifel) nahe dem Moselstädtchen Cochem stecken, wo die Bundeswehr den Abschuss von Atombomben übt.

...

 

[i] Kurz zuvor, am 28. Februar 380, wurde das Dreikaiseredikt „Cunctos populos“ erlassen. Es galt formell für Konstantinopel, hatte jedoch Konsequenzen für das ganze Römische Reich. Es gilt als das Ende der nominellen Religionsfreiheit des 4. Jahrhunderts und als Beginn der christlichen Religion als staatstragende Institution. Im Mittelpunkt des Edikts stand die Trinitätslehre von einem dreigeteilten Gott, in der kein Platz mehr war für Jesu Lehre vom EINSSEIN und für die gnostische SELBSTerkenntnis. Wer von der Doktrin der „heiligen Dreifaltigkeit“, wie sie von den Herrschenden interpretiert wurde, abzuweichen schien, wurde kurzerhand als schwer geistesgestört verurteilt: „… die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerischer Lehre zu tragen. … Endlich soll sie vorab die göttliche Vergeltung, dann aber auch unsere Strafgerechtigkeit ereilen, die uns durch himmlisches Urteil übertragen worden ist.“

Die gewaltsame Vernichtung oder Ausgrenzung von Menschen mit Glaubensvorstellungen, die von einer macht- und kirchenpolitisch vorgegebenen Glaubensdoktrin abweichen, wurde zu einem Charakteristikum nachfolgender Jahrhunderte. Das Dreikaiseredikt bildete eine Rechtsgrundlage für die blutrünstige Inquisition, insbesondere des 13. bis 18. Jahrhunderts. Seit 1908 wurde die Römische Inquisition als Organ des Vatikans mehrfach umbenannt. Auch wenn die Foltermethoden der Inquisition heute dort nicht mehr angewandt werden, so blieb doch der Grundgedanke der verbindlichen zentralen Definition einer Glaubensdoktrin erhalten.

 

[ii] Der Vorwurf des Manichäismus bezog sich auf eine religiöse Bewegung, die auf den Gründer Mani (216-276 n.Chr.) zurückgeht. Der Manichäismus vereinigt Elemente des Gnostizismus, des iranischen Zoroastrismus, des Christentums und des Buddhismus. Auch für die Manichäer war das Studium apokrypher Schriften selbstverständlich. In seiner Verteidigungsschrift (Traktat I) sieht sich Priscillian gezwungen, sich von Mani und seinen Lehren ausdrücklich zu distanzieren.

 

[iii] Vgl.: Virginia Burrus: The Making of a Heretic: Gender, Authority, and the Priscillianist Controversy, Berkeley, Los Angeles, London, 1995, Seite 40ff

 

[iv] Vgl.: María Xosé Queizán: Amantia, Vigo, 1984

 

[v] Vgl.: Virginia Burrus, Marco Conti: The Life of Saint Helia, Oxford, 2013

 

[vi] Vgl.: Henry Chadwick: Priscillian of Avila, a.a.O., Seite 166f

 

[vii] Vgl.: Aetheria: Itinerarium = Reisebericht / Egeria, a.a.O.

 

[viii] Im Dreikaiseredikt aus dem Jahre 380 ist Damasus ausdrücklich hervorgehoben als Papst, der die Glaubensdoktrin der römischen Kaiser bezeugt und sich zur Trinitätslehre von einem dreigeteilten Gott bekennt. Das erste Konzil von Konstantinopel (381) verurteilte dann zahlreiche christliche Strömungen als Häresien, auch wenn sie nur geringfügig von der vorgegebenen Trinitätsdoktrin abzuweichen schienen. Auch die Trinitätslehre des Sabellius wurde ausdrücklich verurteilt. Priscillian lehrte eine Trinität des EINSSEIN in einer ähnlichen Weise, wie sie von Anhängern des Sabellius vertreten wurde. In seiner Verteidigungsschrift an Papst Damasus (Tractatus II: Liber ad Damasum Episcopum) versuchte Priscillian die Trinität des EINSSEIN in einer modalistischen Weise zu begründen. Gleichzeitig schrieb er alles nieder, was dem Papst sicherlich gefallen sollte. Er redet ihm nach dem Munde und erkennt ihn als über allen stehenden Bischof an, als der Erste unter allen anderen. Bei seiner Romreise 381/82 wurde Priscillian von Papst Damasus dennoch nicht empfangen.

 

[ix] In dem Hieronymus-Werk “De viris illustribus”, Eintrag 122, sind die in Trier Hingerichteten ebenfalls aufgeführt. Dort wird anstelle des Armenius der Name Juliano genannt. Es könnte sich dabei um einen doppelten Namen derselben Person handeln.

 

[x] Sulpicius Severus: Chronicorum Libri II 51

 

[xi] Sulpicius Severus zum Prozess gegen die Priscillianer, vgl. zu den nachfolgenden Zitaten:

Chronicorum Libri II 46-51 und Dialogi III 11-13; in:

Sulpicius Severus: Schriften über den heiligen Martinus, Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 20, Kempten und München, 1914

 

[xii] Zur Entstehung terroristischer Gruppen nach 2001 und zur Entstehung des “Islamischen Staates” vgl.:

Michael Lüders: Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet, München, 2016

 

Vgl. auch: Jeremy Scahill: Schmutzige Kriege. Amerikas geheime Kommandoaktionen, Buch zu dem Dokumentarfilm „Dirty Wars“, München, 2013

 

[xiii] Vgl.: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Andrej Hunko, Christine Buchholz u.a. sowie der Fraktion DIE LINKE vom 30. August 2016, Antwort auf Frage 22

 

[xiv] Vgl.: Ex-Drone Pilot Brandon Bryant:

https://youtu.be/Y_Lt88KXzIQ (Aufruf 08.03.2018)

 

Vgl.: Brandon Bryant in Berlin:

https://youtu.be/s2osKq0OWss (Aufruf 08.03.2018)

 

Vgl.: Die Spitze des Eisbergs: Dokumentierte Drohnenangriffe:

https://www.thebureauinvestigates.com/projects/drone-war
(Aufruf 08.03.2018)

 

Vgl.: The Intercept: Drone Papers

https://theintercept.com/drone-papers (Aufruf 08.03.2018)

 

[xv] Vgl.: Emran Feroz: Tod per Knopfdruck. Das wahre Ausmaß des US-Drohnen-Terrors oder Wie Mord zum Alltag werden konnte, Frankfurt a.M., 2017

 

[xvi] Im Jahre 2016 betreiben die USA in Zusammenarbeit mit ihren Gastgebern etwa 174 Militärbasen in Deutschland, mehr als in jedem anderen Land der Erde. Eine davon befindet sich in Ramstein. Norman Solomon zur Air Base Ramstein: Aus Ramstein kommen die Bomben u.a. für die Luftangriffe in Syrien und im Irak – allein diese beiden Länder wurden im Jahr 2015 von mindestens 28.675 Bomben und Raketen allein der US Air Force getroffen. Im Juli 2016 wurden von Ramstein aus fünfzehn verschiedene US-Kampfgebiete gleichzeitig unterstützt. Auch vierzehn Spezialflugzeuge für geheime US-Militäraktionen sind von Ramstein aus im Einsatz. Bekannt ist: Die US-Streitkräfte führen an fast jedem Tage gleich mehrere Einsätze durch. Ehrenurkunden für die Mitwirkung bei der Tötung von mehr als 200 Menschen sind nur die Spitze eines Eisbergs, der eine Ahnung von der Entartung menschlichen Handelns in unserer Zeit vermittelt. Zum Beispiel im Fall Westmoreland: „Er bediente niemals einen Steuerknüppel, um eine Drohne zu manövrieren, und drückte auch niemals einen Knopf, um eine Rakete abzufeuern. Trotzdem erhielt er eine Art Ehrenurkunde, mit der ihm bestätigt wurde, dass er mitgeholfen hatte, mit Drohnen mehr als 200 Menschen umzubringen.“ (Seite 4 des Artikels von Norman Solomon)

 

Norman Solomon: Air Base Ramstein: Der wichtigste Flugplatz der U.S. Air Force, von dem viele noch nie etwas gehört haben; in: Luftpost: Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein, LP 101/16, 29.07.16, ursprünglich erschienen am 07.07.2016 im Magazin The Nation

 

Vgl. auch: http://www.ramstein-kampagne.eu (Aufruf 08.03.2018)

Buchtipps:

Empfehlen Sie diese Seite auf: