Der Weg als Ziel

Der Weg als Ziel auf dem Sternenweg in Asturien

Der Sternenweg in Asturien ist nie zu Ende. Es gibt noch viel zu entdecken auf dem Weg, der das Ziel ist.

 

Wer dem Sternenweg weiter folgen möchte, der gelangt durch Galicien und Santiago de Compostela nach Fisterra (Finisterre).

 

Fisterra bedeutet „Ende der Erde“. Schon für die vorchristlichen Naturvölker war das westliche Ende der damals bekannten Welt ein magischer Ort. Hier stiegen nach damaliger Vorstellung die Seelen in den Sternenhimmel auf.

 

Von den Römern wird berichtet, dass sie am Abend zum Cabo Finisterre kamen, um die Sonne sterben zu sehen. Die Römer berichteten auch von einem imposanten Altar aus Stein, der zu Ehren eines Sonnengottes als zentraler Kultplatz der einheimischen Bevölkerung genutzt wurde.

 

Es ist ein sagenumwobener Ort hoch über dem Meer, der offizielle Endpunkt der Pilgerschaft. Einige Steinplatten in der Nähe des Kaps weisen die Brandspuren von neuzeitlichen Feuerritualen zum Sonnenuntergang auf.

 

In der Nähe des Cabo Finisterre, auf der südlichen Seite der Ría de Camariñas, sind eine Reihe von Klöstern und Kirchen an ganz besonderen Orten zu finden. An der Punta da Barca erhebt sich die Ermita de Nuestra Señora de la Barca, eine Kirche, die von einigen Pilgern auf dem Sternenweg als das eigentliche Endziel der Pilgerreise durch Europa angesehen wird. Die heutige Kirche ist im 18. Jahrhundert erbaut worden. Doch schon von den Kelten wurde dieser Ort als Kultort genutzt.

 

Wer dem Sternenweg folgt, kann auch heute die Kraft des Weges in sich entdecken. Rudolf Steiner beschreibt den Sternenweg als einen Erkenntnisweg zu sich selbst und setzt ihn in Beziehung zur Anthroposophie:

 

"Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen möchte, so wie der Camino, der Weg, einmal die Menschen vom Inneren ihres persönlichen Daseins an den Großen Ozean herangeführt hat, an die Fixsternwelt, an das Geistige im Weltenall."

(Vgl.Manfred Schmidt-Brabant und Virginia Sease, Compostela - Sternenwege alter und neuer Mysterienstätten, Dornach CH, 1999, S. 104)

 

Was Rudolf Steiner aus anthroposophischer Sichtweise beschreibt, das bringt die Poesie der spanischen Sprache in folgender Weise zum Ausdruck:

So viele wundervolle Menschen in Asturien lassen sich inspirieren von dem paradiesisch anmutenden Fleckchen Erde auf dem Sternenweg im Norden der Iberischen Halbinsel. Einer der großen Poeten unter ihnen ist Aurelio González Ovies. In seinen Werken kommt die Liebe zu seiner Heimat und die Inspiration des Ewigen, die sich auf dem Sternenweg in einzigartiger Weise spiegelt, poetisch zum Ausdruck.

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Aurelio González Ovies