Sternenweg in Asturien
"Du hast am Himmel
die Sternenstraße gesehen
und das bedeutet,
dass du an der Spitze eines mächtigen Heeres
nach Galicien ziehen wirst,
und dass gleich dir
alle Völker dorthin pilgern werden,
bis zum Ende der Zeiten."
(Historia Karoli Magni et Rotholandi)

In der traditionellen Überlieferung zur Entdeckung des Apostelgrabes in Santiago de Compostela heißt es, dass ein Eremit mit dem Namen Pelayo um das Jahr 812 mehrere Nächte lang ein wundersames Strahlen über einem Hügel beobachtete, einen Glanz, der von zur Erde schweifenden Sternen ausging.
Diese Erscheinung hatte Pelayo im Wald mit dem Namen Libredón in der Nähe von Finisterre. Der Legende nach wurde auf diesem Sternenfeld (Campus Stellae) das Grab des Jakobus entdeckt. Dies führte zur Gründung von Santiago de Compostela durch Alfons II., König von Asturien und Galicien. Zum Symbol für den Pilgerweg wurde die Jakobsmuschel. Die Linien dieser Muschel erinnern an das Strahlen der Sterne.
Einer anderen Legende nach ist Jakobus dem Frankenkönig Karl dem Großen in einem Traum erschienen. Jakobus zeigte Karl dem Großen den Sternenweg und prophezeite, dass alle Völker dorthin pilgern werden, bis zum Ende der Zeiten. Die Legende findet sich in der Historia Karoli Magni et Rotholandi.
Der Sternenweg übte bereits vor der christlichen Pilgertradition eine besondere Faszination auf die Menschen aus. Schon lange vor der vermeintlichen Entdeckung der Überreste des Apostels Jakobus pilgerten viele Menschen nach Finisterre, um hier „am Ende der Welt“ der Sonne zu huldigen und die Verbindung zum Himmel zu erfahren. Sie wurden zu diesem Ort geleitet, indem sie dem Lauf der Milchstraße durch Nordspanien folgten. Daher wird der Jakobusweg (in spanischer Sprache "Camino de Santiago") auch Sternenweg genannt.