Gallaecia - Das geheimnisvolle Erbe der Sueven

Die Sueven auf der Iberischen Halbinsel

Gallaecia - Das geheimnisvolle Erbe der Sueven

Die Sueven (oder Sueben, lat. suebi oder suevi) ist eine Bezeichnung, die sich auf verschiedene germanische Stämme bezieht, die zu römischer Zeit insbesondere zwischen der Ostsee und den deutschen Mittelgebirgen siedelten.

 

Als gegen Ende des 4. Jahrhunderts die Hunnen von Osten in das Gebiet der germanischen Völker vordrangen, begann zu Beginn des 5. Jahrhunderts eine Völkerwanderung in Richtung Westen und Südwesten. Im Jahre 406 überquerten einige der germanischen Stämme den Rhein bei Mainz, darunter Sueven, Alanen und Vandalen. Sie erreichten 409 die Iberische Halbinsel.

 

Dort schlossen die Sueven mit dem weströmischen Kaiser Honorius im Jahre 411 einen Föderatenvertrag. Dies war für die Sueven ein historisches Ereignis mit weitreichenden Folgen. Ihnen (und den asdingischen Vandalen) wurde die römische Provinz Gallaecia im Nordwesten der Iberischen Halbinsel zugeteilt und die Sueven gründeten dort ein Königreich.

 

Nach den historischen Quellen sollen zunächst zwischen 20.000 und 35.000 Sueven in Gallaecia sesshaft geworden sein. Die Hauptsiedlungsgebiete der Sueven waren die Regionen um Braga, Lugo und Astorga.

 

Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Nachricht von der Gründung des Suevenreichs schnell verbreitete und dass sich weitere Sueven aus Germanien auf den Weg machten, der heute auch Sternenweg oder Jakobsweg genannt wird.

 

Die asdingischen Vandalen zogen bereits im Jahre 420 von Asturien aus weiter nach Süden und nach Nordafrika, sodass danach das gesamte Gebiet der römischen Provinz Gallaecia dem Königreich der Sueven angehörte.

 

Das Grenzland Sierra del Sueve

Gallaecia - Das geheimnisvolle Erbe der Sueven

Die Sierra del Sueve war bereits in vorrömischer Zeit geografisches Grenzland.

 

Der Río Sella markierte die Grenze zwischen den kantabrischen und asturischen Stämmen.

 

Für die Römer markierte das Gebiet die östliche Grenze der Provinz Gallaecia.

 

Nach dem Abzug der Vandalen im Jahre 420 gehörte das Gebiet des heutigen Asturien bis zur Sierra del Sueve dem Herrschaftsbereich der Sueven an, wobei die Eigenständigkeit der lokalen Stämme weitgehend erhalten blieb.

 

Die benachbarten germanischen Westgoten beanspruchten in der Folgezeit auch einen Teil Asturiens. Zwischen den Sueven und den Westgoten entwickelte sich eine wechselhafte Beziehung mit mannigfaltigen familiären Verflechtungen.

 

Unter dem Suevenkönig Rechiar erstreckte sich das Königreich der Sueven um das Jahr 450 auf die gesamte Westhälfte und den Norden der Iberischen Halbinsel. Eine der Voraussetzungen für die Expansion war die weitgehende Befriedung des Kerngebietes in Gallaecia. Offenbar gab es Übereinkünfte mit den lokalen Stämmen. Dazu gehörte die weitgehende Eigenständigkeit der lokalen Herrscher.

 

Die Priesterin des Sueve

Gallaecia - Das geheimnisvolle Erbe der Sueven

Aus der historischen Überlieferung wissen wir heute, dass einige Suevenkönige eine Politik des Ausgleichs durch Vermählung mit westgotischen Machthabern verfolgten. Dies galt besonders für die östlichen und südöstlichen Grenzgebiete und damit auch für die Sierra del Sueve.

 

Die Vermählung suevisch-westgotischer Prinzen und Prinzessinnen im Nordwesten der Iberischen Halbinsel war ein Instrument frühmittelalterlicher Politik der Herrschaftssicherung und Befriedung.

 

Daher ist es durchaus wahrscheinlich, dass in der Sierra del Sueve eine Vermählung mit einem Angehörigen des Königshauses der Sueven erfolgte. Die östliche Grenze zum Westgotenreich konnte nach dieser Hypothese durch die Politik der Vermählung gesichert und befriedet werden.

 

Die Annäherung der Stämme vollzog sich jedoch nicht nur zwischen den Angehörigen des Königshauses, sondern auch durch die Beziehungen der Menschen untereinander. Dabei spielten der Kontakt, der Austausch und die Gesandtschaften von Priesterinnen eine besondere Rolle.

 

Die Priesterinnen der Sueven genossen ein hohes Ansehen. Sie waren für die identitätsstiftenden und überlebenssichernden Rituale an heiligen Orten verantwortlich. Und ein ganz außergewöhnlicher heiliger Eibenhain ist sogar bis heute in der Sierra del Sueve erhalten geblieben. Ein Heiliger Hain ohne Ritualmeister oder Priesterin ist kaum vorstellbar. In der Sierra del Sueve könnte es also auch, so eine weitere Hypothese, zu einem Kontakt mit einer suevischen Priesterin gekommen sein.

 

Die Frage nach dem Ursprung des Namens der Sierra del Sueve ist bisher nicht hinreichend geklärt. Doch vieles spricht dafür, dass Sueven eine bedeutende Rolle in der Region eingenommen haben könnten, die dann im Namen der Sierra del Sueve in Erinnerung geblieben ist. 

 

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Das Königreich der Sueven
Das Königreich der Sueven und die Sierr[...]
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Das geheimnisvolle Erbe der Sueven in Asturien:
Das Königreich der Sueven und die Sierra del Sueve

 

Linktipps und Videos

Basena, eine suevische Priesterin erzählt aus germanischer Sicht vom Beginn der Konfrontation mit dem Römischen Reich: